„Entlassungen gehören nicht zum Stil der Assekuranz“ Branche macht den Mitarbeitern wieder Hoffnung

Die Branche macht den Mitarbeitern wieder Hoffnung. Bernhard Schareck, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), geht davon aus, dass in Sachen Stellenabbau in der Branche das Schlimmste überstanden ist. Die Gewerkschaft kündigt aber trotzdem neue Proteste an.
  • Rita Lansch
Bernhard Schareck, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, macht den Mitarbeitern Hoffnung. Foto: ap

Bernhard Schareck, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, macht den Mitarbeitern Hoffnung. Foto: ap

DÜSSELDORF. „In diesem Jahr soll der Stellenabbau unter den drei Prozent vom Vorjahr liegen“, sagte Schareck dem Handelsblatt. Er beruft sich dabei auf die Schätzung des Arbeitgeberverbandes der Assekuranz. Bei insgesamt 233 300 Beschäftigten der Branche wären das also weniger als 7000 Stellen, die gefährdet sind. Konzerne wie Allianz, Ergo oder AMB Generali bauen derzeit schon rund 10 000 Arbeitsplätze in Deutschland ab. „Der Branche geht es gut. Die Versicherer schauen jetzt wieder auf Wachstum.“

Die Einschätzung des GDV wird von einer Umfrage unter Führungskräften in der deutschsprachigen Versicherungswirtschaft untermauert. Danach ebbt die Entlassungswelle in der Assekuranz ab, weil die Einsparpotenziale ausgeschöpft sind und die Versicherer langsam auf Wachstum umschalten, wie die Beratungsfirma Steria Mummert Consulting vor kurzem ermittelte.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist allerdings skeptischer. „Wir erwarten, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren mindestens weitere 20 000 Stellen abgebaut werden“, sagte Uwe Foullong, im Verdi-Vorstand für Versicherungen zuständig.

Die für den Versicherungssektor bisher untypische Entlassungswelle war ausgerechnet vom Marktführer ins Rollen gebracht worden. Vor einem Jahr kündigte die Allianz eine groß angelegte Umstrukturierung in Deutschland an: Das Deutschlandgeschäft kam unter ein neues Dach; rund 5 000 Mitarbeiter sollen gehen. Die Konkurrenz reagierte prompt und kündigte massive Einschnitte an: AMB-Generali will etwa rund 1 000 Stellen streichen, Ergo 1 000, Gerling/HDI 1 800 und Zurich Deutschland voraussichtlich 1 000 Stellen.

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