Entlassungswelle
Banker zittern um ihre Jobs

Strenge Regulierung, sinkende Umsätze, einstürzende Aktienkurse: Die Banken weltweit bereiten sich auf schwere Zeiten vor. Sie kürzen, wo es nur geht. Die Entlassungswelle 2011 ist anders als andere zuvor.
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Washington/London/Zürich.Es war ein kurzer Ausflug in die glitzernde Welt der Wall Street. Luke Holden war einer dieser talentierten Studenten, nach denen sich die Hochfinanz die Hände reibt. Nach dem Studium an der Eliteuni Georgetown in Washington heuerte Holden 2007 in Manhattan an – und verdiente mit Mitte 20 als Investmentbanker prächtig Geld.

Doch dann kam die Finanzkrise, und um den jungen Banker herum verloren Kollegen reihenweise ihre Jobs. „Die Stimmung war schlecht und die Aussichten mau“, erinnert sich Holden an die dunkle Zeit Ende 2008. Also kam er der großen Entlassungswelle zuvor und machte das, worauf er Lust hatte. Er gründete Ende 2009 im schicken East Village „Luke's Lobster“, ein Restaurant, wo es Hummer zu erschwinglichen Preisen gab.

Er traf damit eine Marktlücke: Inzwischen ist Holden Herr über fünf preisgekrönte Restaurants mit mehr als 100 Mitarbeitern. „Ich verdiene nur noch einen Bruchteil dessen, was ich vorher hatte“, sagt der heute 27-Jährige, aber es macht mir Spaß.“ Holden hat es geschafft: Er machte für sich das beste aus der Entlassungswelle und fing noch einmal ganz von vorne an. Für Banker-Kollegen, die vor einer ähnlichen Situation stehen, hat er diesen Rat: „Es ist nicht das Ende. Man muss es als Chance begreifen.“

Viele haben gerade die Gelegenheit dazu: Durch die Bankenwelt schwappt eine Entlassungswelle, die schon an die brutalen Kürzungen während der Finanzkrise 2008 und 2009 erinnert. Zehntausende Banker bangen um ihren Job.

Die Branche versucht, aus sinkenden Umsätzen mehr Gewinn herauszupressen. Strengere Regulierung, die weltweite Schuldenkrise, die Folgen der Finanzkrise – all das führt zu enttäuschenden Quartalsberichten und sinkenden Aktienkursen. Bank of America und Goldman Sachs müssen ebenso sparen wie Morgan Stanley, in Großbritannien Barclays oder in der Schweiz die UBS und die Credit Suisse.

Kommentare zu " Entlassungswelle: Banker zittern um ihre Jobs"

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  • Who cares?! Gute Leute finden überall was. Und wer es richtig drauf hat, macht sich früher oder später sowieso selbständig.

    So wird die Spreu vom Weizen getrennt !!!

  • So antworte mir: Wer will die Welt erpressen?

  • Die Anzahl der Banker sollte auf ein unschädliches Maß reduziert werden. Dann geht es uns auch wieder besser.

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