Entschädigungseinrichtung deutscher Banken wird eintreten Gericht bestellt Insolvenzverwalter für Reithinger

Das Amtsgericht Konstanz hat das Vermögen der geschlossenen Privatbank Reithinger unter vorläufige Insolvenzverwaltung gestellt. Für die Gläubiger heißt das erstmal: Warten. Wieviel sie später zurückbekommen ist nach wie vor unklar.

HB SINGEN/KONSTANZ. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der geschlossenen Privatbank Reithinger ist der Münchner Rechtsanwalt Heinrich Müller-Feyen ernannt worden. Das entschied das Amtsgericht Konstanz am Freitag. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte am Vortag Insolvenzantrag wegen Überschuldung der Bank gestellt. Bis zur endgültigen Entscheidung über den von der Bankenaufsicht gestellten Insolvenzantrag könnten noch mehrere Wochen vergehen.

Die BaFin hatte außerdem den Entschädigungsfall für das private Kreditinstitut mit Sitz in Singen und Niederlassungen in Wiesbaden und München festgestellt. Damit können die rund 65 000 Kunden mit Zahlungen über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH rechnen. Das Konstanzer Amtsgericht wies darauf hin, dass der vorläufige Insolvenzverwalter keine Geldzahlungen an die Kunden vornehmen könne. Er habe lediglich die Aufgabe, die Insolvenzmasse zu sichern und den Sachverhalt zu klären, bis über den Insolvenzantrag entschieden ist.

„Die nunmehr getroffenen Maßnahmen dienen der Sicherung der künftigen Insolvenzmasse und der Aufklärung des Sachverhaltes bis zur Entscheidung, ob das Insolvenzverfahren eröffnet werden kann.“ Für Gläubiger und sonstige Kunden der Privatbank Reithinger bedeute dies in erster Linie, dass im Stadium der vorläufigen Verwaltung keine Zahlungen seitens des Verwalters erfolgen könnten, andererseits aber auch keine Vermögensverluste seitens der Bank zu befürchten seien.

Die Bankenaufsicht hatte dem Institut mit Sitz in Baden-Württemberg die Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften entzogen und die Auszahlung von Geldern an die Kunden untersagt. Kunden des Instituts drohen finanzielle Einbußen. Die Privatbank gehört zwar der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken an. Allerdings sind Kundeneinlagen, beispielsweise Sparbriefe, Termingelder und Kontoguthaben nur bis zu 90 Prozent, höchstens bis zu 20 000 Euro pro Kunde, geschützt, wie die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) am Freitag mitteilte. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte am Donnerstag formell den Entschädigungsfall festgestellt und damit den Weg für das weitere Vorgehen der EdB freigemacht.

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