Entscheidung fällt im September Kommunen beraten über die WestLB

Die kommunalen Spitzenverbände in Nordrhein-Westfalen halten sich beim Thema Fusion oder gemeinsame Holding von WestLB und Sparkassen alle Türen offen. „Unsere Position steht noch nicht“, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Landkreistages dem Handelsblatt. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Städtetages NRW.
  • Caspar Dohmen

HB DÜSSELDORF. Das ist insofern überraschend, als sich die jeweiligen kommunalen Spitzenverbände auf Bundesebene bereits dezidiert gegen vertikale Fusionen von Landesbanken und Sparkassen ausgesprochen haben. Anders in NRW: Hier möchten die regionalen Verbände erst die Vor- und Nachteile neuer Modelle erörtern. Ihre Entscheidungen wollen sie dann im September treffen.

Den Kommunen kommt als Eigentümer der Sparkassen eine Schlüsselfunktion bei der Reformdiskussion zu. Der Landkreistag NRW vertritt die Interessen von 31 Kreisen im bevölkerungsreichsten Bundesland, der Städtetag die der kreisfreien Städte. Die Idee für eine vertikale Fusion von WestLB mit der Stadtsparkasse Düsseldorf hatte der Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) auf die Tagesordnung gebracht. Offen für eine Diskussion über neue Modelle zeigte sich auch der NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU).

Zu einem Zusammenschluss von Landesbank und Sparkasse war es zuletzt in Hessen gekommen. Dort wurde die angeschlagene Frankfurter Sparkasse mit der Helaba zusammengefasst. Dies war allerdings die einzige Möglichkeit, um die private Sparkasse in die öffentlich-rechtliche Sparkassen-Finanzgruppe zu holen. In NRW ist die Situation eine gänzlich andere: Hier geht es nicht um angeschlagene Sparkassen, sondern um eine Stärkung der WestLB. Erst zuletzt hatte sich die Ratingagentur Fitch positiv zu einem Zusammenschluss von Sparkassen und WestLB geäußert. Positiv bewertet wird insbesondere das stabile Massenkundengeschäft der Sparkassen. Befürworter einer Fusion von WestLB und Stadtsparkasse Düsseldorf führen zudem stets eine Stärkung des Finanzplatzes NRW an.

Die Sparkassen laufen dagegen Sturm. Sie wähnen sich in einer starken Position. So verweist der Landesobmann der westfälisch-lippischen Sparkassen, Hans-Georg Vogt auf die Verträge mit der WestLB. Sowohl in dem Konsortialvertrag der WestLB-Eigentümer als auch in der Rahmenvereinbarung für die Zusammenarbeit von WestLB und Sparkassen sei die vertikale Fusion verboten, betont er.

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