Entschuldigung gefordert
Ergo-Mitarbeiter bedrängen Vorstand wegen Sexorgie

Die Arbeitnehmer des Versicherers Ergo setzen ihren Vorstand unter Druck. Sie wollen auf einer Sitzung des Aufsichtrats die Forderung nach einer öffentlichen Entschuldigung durchsetzten und fordern umfassende Aufklärung.
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DüsseldorfErgo-Vorstandschef Torsten Oletzky soll sich wegen der Sex-Party im Juni 2007 öffentlich entschuldigen. Das wollen die Arbeitnehmer auf einer außerordentlichen Sitzung des Ergo-Aufsichtsrates am 8. Juni durchsetzen, heißt es in Unternehmenskreisen. Im Konzern war die Budapester Orgie der Vermittlerorganisation Hamburg-Mannheimer International (HMI) bereits 2010 bekannt. Doch viele Mitglieder des Aufsichtsrates wussten davon nichts bis zu einer Veröffentlichung des Handelsblatt vor zwei Wochen.

Die Arbeitnehmer des Versicherers Ergo setzen ihren Vorstand nun wegen der Sex-Party unter Druck. Sie wollen in der kommenden Woche eine lückenlose Aufklärung der Vertreterreise im Juni 2007 verlangen, heißt es in Unternehmenskreisen weiter. Ein unabhängiger Gutachter solle mit der Prüfung aller Umstände beauftragt werden. Sie sehen Gefahr im Verzug. Denn durch die öffentliche Debatte liege das Image des Versicherungsriesen in Scherben. Es gebe Mitarbeiter, die sich kaum noch trauten, ihren Arbeitgeber zu nennen.

Die Aufsichtsräte fragen sich, warum es bis heute keine Information des Managements zum Thema gegeben hat. Während Ergo-Chef Oletzky die Budapest-Sause schon 2010 auf dem Schreibtisch hatte, sei sie vielen Mitgliedern des Ergo-Aufsichtsrates völlig unbekannt geblieben, heißt es in Unternehmenskreisen. Erste Hinweise auf einen Skandal hätten sie erst in der Hauptversammlung der Ergo-Mutter Munich Re im April erhalten. Dabei sei allerdings das wahre Ausmaß des Skandals nicht zu erkennen gewesen.

Nun stellten sich Ergo-Aufsichtsräte die Frage: Wer wusste im Management welche Details wann? Und warum sei die ganze Angelegenheit nicht früher konsequent aufgeklärt worden? Ergo teilte dem Handelsblatt dazu mit: "Weitergehende Recherchen haben wir eingeleitet, nachdem über Ihr Blatt weitere Details bekannt geworden sind."

Doch führende Vertreter der Branche halten dies nicht für ausreichend. "Gerade für Ergo wäre es doch im Sinne der eigenen Werbung ein gutes Signal, nun Klarheit zu schaffen", sagte Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten dem Handelsblatt. Damit würde der Konzern dem Verdacht entgehen, dass er die Angelegenheit unter den Tisch kehren will. "Nur so kann Ergo wieder Vertrauen gewinnen, das sie massiv verloren haben", sagte Rudnik.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

Kommentare zu " Entschuldigung gefordert: Ergo-Mitarbeiter bedrängen Vorstand wegen Sexorgie"

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  • Meine Frau und ich sind selbst Arbeitnehmer im ERGO Konzern. Wir sind sehr betroffen und verurteilen die Vorfälle auf das Schärfste. Sie sprechen im Artikel von den Arbeitnehmern und meinen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Dr. Oletzky ist selbst am meisten betroffen. Nicht er muss sich entschuldigen, sondern die Schuldigen, die sich inakzeptabel verhalten haben. Auch wenn sie schon lange aus der ERGO ausgeschieden sind.

  • Der Steuerzahler wirds schon richten. Das sind "Betriebsausgaben" Warum trauern über die Sex-Parties auf Kosten der Versicherten - die sind auch Steuerzahler - Das verantwortliche Lumpenpack gehört ins Gefängnis!

  • Der Fisch stinkt vom Kopfe. Solche Sachen kommen immer irgendwann heraus. Ergo hätte proaktiv handeln und reinen Tisch machen müssen.

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