Entwicklungsbank für Asien
Kredite für die Infrastruktur

Die neu gegründete Entwicklungsbank für Asien will versuchen, mehr Geld für Projekte nach Asien zu leiten. Doch die Vereinigten Staaten fürchten einen zu großen Einfluss der Regierung in Peking.

PekingDie neue Entwicklungsbank für Asien (AIIB) wird ihrem designierten Chef zufolge zunächst zehn bis 15 Milliarden Dollar jährlich an Krediten vergeben. Die von China angestoßene Bank werde ihre Geschäfte im zweiten Quartal 2016 aufnehmen, sagte Jin Liqun, der voraussichtlich Ende Dezember den Spitzenposten antreten wird.

„Angesichts des Gesamtkapital von 100 Milliarden Dollar, gehe ich in den ersten fünf oder sechs Jahren von zehn bis 15 Milliarden Dollar aus“, sagte er. Etwa 30 weitere Staaten seien an einer Mitgliedschaft interessiert, was das Gesamtkapital noch erhöhen könnte. Zu möglichen Projekten oder Ländern, die in den Genuss der Darlehen kommen könnten, äußerte sich Jin nicht.

China hat die AIIB aus der Taufe gehoben, um mehr Geld für die Infrastruktur nach Asien zu leiten. Gründungsmitglieder sind rund 60 Länder, darunter neben anderen EU-Staaten auch Deutschland. Die Bundesrepublik steuert 4,5 Milliarden Dollar zum Kapital der Bank bei und ist damit viertgrößter Anteilseigner nach China, Indien und Russland.

Die neue Entwicklungsbank wird von Experten als Konkurrenz insbesondere zur Weltbank gesehen, in der die USA dominieren. Die Vereinigten Staaten warnten vor einem zu großen Einfluss der Regierung in Peking bei der AIIB. China habe zwar de facto ein Vetorecht, sagte Jin. Sollten sich weitere Länder an der Bank beteiligen, würde der Einfluss aber sinken. „Sie werden der Bank nicht beitreten, wenn sie davon überzeugt sind, dass sie ein Instrument der chinesischen Regierung ist“, fügte er hinzu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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