Erlös für Berliner Bank: Berlin geht leer aus

Erlös für Berliner Bank
Berlin geht leer aus

Die Bankgesellschaft Berlin wird den durch den Verkauf der Berliner Bank erzielten Erlös ausschließlich für sich vereinnahmen können. Das sagte Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) dem Handelsblatt. Das Land Berlin ist mit 81 Prozent an dem Institut beteiligt, muss sich auf Druck von Brüssel aber davon trennen.

HB BERLIN. Durch eine 1,75 Mrd. Euro schwere Kapitalspritze und milliardenschwere Bürgschaften sanierte das Land die mittlerweile gesundete Bankgesellschaft vor vier Jahren. Daher waren Spekulationen aufgekommen, das Land könne auf eine Sonderausschüttung bestehen.

„Die Bankgesellschaft ist eine AG und die vereinnahmt natürlich auch den Erlös“, sagte Sarrazin. Als Mehrheitseigner gehe dem Land „ja kein Geld verloren“, so Sarrazin – zumal die Bankgesellschaft einschließlich Sparkasse selbst im Jahr 2007 verkauft werden soll. Da die Berliner Bank bis auf einen Euro abgeschrieben ist, wird der Vorstandsvorsitzende der Bankgesellschaft, Hans-Jörg Vetter, aller Voraussicht nach durch den Verkauf erhebliche außerordentliche Erträge erzielen. Die Schätzungen liegen im unteren dreistelligen Millionenbereich. Heute endet die Angebotsfrist für die Berliner Bank.

Bankenkreise gehen davon aus, dass die große Mehrheit der Bieter für die Berliner Bank, Vetter selbst sprach von einem „überwältigenden Interesse“, bis heute konkrete Angebote und Konzepte für das Institut vorlegen wird. Mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) in Potsdam hat ein öffentlich-rechtliches Institut den Hut in den Ring geworfen, mit der Volksbank Berlin ein genossenschaftliches Institut, zudem haben börsennotierte Unternehmen wie die Commerzbank öffentlich Interesse bekundet. Die Hypo-Vereinsbank will Finanzkreisen zufolge fristgerecht ein noch unverbindliches Gebot abgeben. Auf Anfrage wollte kein Institut zu seinen Plänen Stellung beziehen. Das gilt auch für die HSH Nordbank. Landesbank-Chef Alexander Stuhlmann hat Interesse signalisiert, das Privatkundengeschäft zu stärken. Doch ob sich das Institut zu einem Angebot durchringt, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Zu den ausländischen Interessenten zählt der US-Investmentbanker Christopher Flowers, der bereits mit seinem Partner Texas Pacific Group für die Bankgesellschaft vor drei Jahren vergeblich bot. Allerdings ist es fraglich, ob die Berliner Bank die hohen Renditeerwartungen der Angelsachsen erfüllt. Das Institut reklamiert einen Anteil am Privatkundengeschäft in der Hauptstadt von sieben Prozent für sich und betreut 14 000 Firmen- und 318 000 Privatkunden. fmd

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