Ermittlungen
FBI gegen Deutsche Bank

Ein Mitarbeiter der Deutschen Bank zieht die Aufmerksamkeit des FBI auf sich: Der Händler prahlte in einem Chat damit, dass er die Währungsmärkte beeinflussen könne. Für die Ermittler der Anlass für einen Hausbesuch.
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New York/ FrankfurtBei der Ausweitung der weltweiten Ermittlungen wegen mutmaßlicher Devisenmanipulationen ist ein Mitarbeiter der Deutschen Bank einem Zeitungsbericht zufolge ins Visier der US-Bundespolizei geraten. FBI-Agenten hätten einem New Yorker Devisenhändler des Instituts einen unangekündigten Besuch in dessen Haus abgestattet, schreibt das „Wall Street Journal“. Die Beamten konfrontierten den Mann demnach mit einem Protokoll aus einem Internet-Chat. In diesem soll er behauptet haben, dass er die Währungsmärkte beeinflussen könne. Die Deutsche Bank sieht darin ein Missverständnis. Aus dem Umfeld des Geldhauses hieß es, der Händler habe einen Witz gemacht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ermittlungen: FBI gegen Deutsche Bank"

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  • @Banker_unverdaechtig: Dass ich mir meine Aussagen besser gründlich überlege und gegebenenfalls besser mit Legal und Compliance abkläre, wenn ich mir nicht 100%-ig sicher bin, ist doch keine sensationell neue Erkenntnis. Da mussten schon viele Unternehmen durch (prominente Beispiele sind Daimler, Siemens u.v.m.), die SEC-, Kartell-, Steuer- und/oder strafrechtliche Untersuchungen hatten. Diese Erkenntnis sollte nun auch mal in den Handelsräumen ankommen. Und das dort Gespräche mitgeschnitten werden ist auch nichts Neues.

  • Hallo X-Ray:
    Der Händler hat ggf. nur eine dumme Bemerkung gemacht. Wahrscheinlich wollte er sogar das genaue Gegenteil ausdrücken - dass er eben gerade nicht den Devisenmarkt beeinflussen kann. Um das zu beurteilen, müsste man den kompletten Chat im Zusammenhang kennen.
    Es ist ja auch noch nicht mal klar, von wann dieser Chat stammt.
    Musste der Händler zu diesem Zeitpunkt schon wissen, dass auf Basis jeder aus dem Zusammenhang gerissenen (scherzhaften / lässigen) Bemerkung inzwischen Hexenjagden gestartet werden (gerade gegen Bankmitarbeiter)? Dann war er zumindest zu diesem Zeitpunkt eher dumm (aber sind wir das nicht alle mal?)
    Oder stammt das noch aus einer Zeit, als noch nicht von einer Totalüberwachung auszugehen war, bei der jeder flapsige Kommentar in einem privaten Chat gegen einen verwendet wird?

    Mal ganz ehrlich, wenn jeder über sich selbst nach denkt, dann hat fast jeder schon mal eine "blöde" Bemerkung gemacht (z.B. so schöne Bonmots wie "noch so'n Spruch - Kieferbruch", "dafür würde ich Dir am liebsten eine reinhauen"), die einem bei einer lückenlosen Überwachung durch Big Brother, wenn sie denn alle aus dem Zusammenhang gerissen und ernst genommen werden, eine "Untersuchung durch die Polizeibehörden" einbringen könnten.
    Stellen Sie sich vor, sie sagen in einer Diskussion über Verkehrsregeln "Klar, ich fahre bei dichtem Nebel immer 200 mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte" - um eben gerade zum Ausdruck zu bringen dass Sie nicht so doof sind - un am nächsten Tag steht die Verkehrspolizei vor Ihrer Tür um Sie zu Vernehmen (und damit Sie bis zur vollständigen Klärung keine Dummheiten mit dem Auto machen, nehmen sie vorsichtshalber erst mal Ihren Führerschein mit).
    Das ist ungefähr die Situation, in der Bankmitarbeiter jeder Art (und natürlich speziell Händler an irgendwelchen Märkten) derzeit sind, wenn sie sich bei allem, was sie sagen, vorher nicht fünfmal überlegen (und ggf. zuerst die Rechtsabteilung fragen), ob ihnen jemand einen Strick draus dre

  • Ich stimme Ihnen zu, dass es wohl eher unwahrscheinlich ist, dass ein einzelner Händler tatsächlich den "riesigen" Devisenmarkt beeinflussen kann. Die ganzen Emails und Chats die im Zuge der diversen Ermittlungen zu Subprime, Libor und jetzt auch Devisen zu Tage kommen, zeigen aber deutlich eine Mentalität der Händler, die gar kein Unrechtsbewusstsein mehr kennen, wenn es um Fragen von Manipulation und letztendlich Betrug geht. Auch Ihre Argumentation geht ja letztendlich in die Richtung, dass ein kleines bisschen Einflussnahme ein Kavaliersdelikt ist. Dem ist aber nicht so. Selbst wenn die Spielräume für diesen Händler noch so klein sind, bleibt es Manipulation, die verfolgt gehört.

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