Erste Abwicklungsanstalt
Bad Bank der WestLB hofft auf eine „schwarze Null“

Einst war die West LB eine der mächtigsten Landesbanken Deutschlands. Doch mittlerweile geht es nur noch um die Abwicklung. Die Bad Bank machte zuletzt Gewinn, doch das könnt sich schon bald wieder ändern.
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DüsseldorfDer Bad Bank der ehemaligen WestLB drohen nach zuletzt drei Gewinnjahren wieder Verluste. „Es wird so sein, dass wir zwischenzeitlich auch Verluste machen - dafür haben wir aber Kapital mitbekommen“, sagte der Vorstandssprecher der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA), Matthias Wargers, am Donnerstag in Düsseldorf.

Grund für mögliche rote Zahlen sei auch der Erfolg bei der Abwicklung der in der Finanzkrise gescheiterten WestLB. Denn mit dem Abbau der WestLB-Milliarden schrumpfen auch die Erträge - und die EAA darf bei einer stabilen Kostenbasis kein Neugeschäft machen. Wargers gab sich aber erneut optimistisch, das Erbe des einstigen Flaggschiffs der Landesbanken ohne neue Belastungen für den Steuerzahler abzuwickeln. Ziel sei weiter eine „schwarze Null“.

2014 hatte die EAA einen Gewinn von 62,5 (Vorjahr: 59) Millionen Euro eingefahren, Bankbuch und Handelsbestand konnten gleichzeitig reduziert werden. Die Bilanzsumme belief sich zum Jahresende auf 79,5 Milliarden Euro. Das Eigenkapital blieb konstant bei rund 600 Millionen - hier haben die Risiko-Portfolios aber Spuren hinterlassen. Denn die EAA war mit einem Eigenkapital von rund drei Milliarden Euro an den Start gegangen.

Im vergangenen Jahr hatte sich die EAA unter anderem von der Immobilienbank Westimmo getrennt, Käufer war nach langen Verhandlungen die Wiesbadener Aareal. Sie übernahm den kleineren Konkurrenten für rund 350 Millionen Euro. Die Transaktion wird erst im Mai abgeschlossen - und dürfte der EAA damit 2015 Rückenwind geben.

Die EAA war im Dezember 2009 eingerichtet worden, um Giftpapiere der WestLB - der heutigen Portigon - zu verwerten, etwa Risiko-Kredite oder problematische Staatsanleihen. Insgesamt übernahm die EAA Bestände im Volumen von rund 200 Milliarden Euro. Das Schrumpfen des WestLB-Erbes ist auch für den Abbau der deutschen Staatsschulden von Bedeutung - die Bilanzsumme der EAA fließt in den Schuldenstand der Bundesrepublik mit ein.

Mittelbar profitiere die EAA auch vom Öffnen der Geldschleusen durch die EZB und die niedrigen Zinsen beim Verkauf der WestLB-Papiere, sagte Wargers. „Jeder sucht Rendite“, sagte er: „Wenn ich mehr Rendite will, muss ich mehr ins Risiko.“ Risiken für EAA selbst bestehen aber auch durch Klagen von Kommunen gegen Zinsgeschäfte mit der ehemaligen WestLB. Sieben Fälle liegen bereits beim Bundesgerichtshof, insgesamt muss sich die EAA mit fast 70 Verfahren auseinandersetzen. Zudem steht die EAA auch mit einem Volumen von rund 70 Millionen Euro bei der österreichischen Hypo-Bad-Bank Heta im Feuer. Würden die Verbindlichkeiten nicht bedient, werde die EAA voraussichtlich klagen, kündigte Wargers an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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