Erste Tranche
Bawag zahlt Staatshilfe Stück für Stück zurück

Mehr als eine Milliarden Euro bekam die österreichische Bank in der Krise vom Staat. Nun will das Institut Stück für Stück das Geld zurückzahlen – auch weil die Zinslast so groß ist.
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WienDie viertgrößte österreichische Bank Bawag will bis zur Jahresmitte mit der Rückzahlung der in der Krise erhaltenen Staatshilfen beginnen. Bis Ende Juni solle eine erste Tranche von 50 Millionen Euro zurückerstattet werden, kündigte Bankchef Byron Haynes am Mittwoch an. Die verbleibenden Hilfen von 500 Millionen Euro will die ehemalige Gewerkschaftsbank vorerst behalten.

Die Bawag hatte zum Jahreswechsel von ihren Eigentümern eine Kapitalspritze von 200 Millionen Euro bekommen. Zudem stärkte der Rückkauf von Hybridkapital sowie der Schrumpfkurs der Bank das Finanzpolster. Die harte Kernkapitalquote stieg dadurch auf elf von 7,8 Prozent Ende 2011. Das dickere Kapitalpolster habe letztlich den Ausschlag gegeben, mit der Rückzahlung der Staatshilfen zu beginnen, sagte Haynes.

Die Bawag muss für die staatlichen Gelder hohe Zinsen zahlen. Allein für das vergangene Jahre waren es gut 50 Millionen Euro. Ab 2014 steigen die Zinsen für das sogenannte Partizipationskapital weiter an. Neben den Staatsgeldern hat die Bawag auch die langfristigen Finanzspritzen der Europäischen Zentralbank (LTRO) von insgesamt zwei Milliarden Euro zurückgegeben.

Das Institut gehört zu rund 52 Prozent dem US-Finanzinvestor Cerberus. Im Zuge der Kapitalerhöhung stockte der US-Fonds Golden Tree seine Anteile auf 39 von zehn Prozent auf. Die restlichen neun Prozent gehören österreichischen Investoren - etwa der Post, sowie den Versicherungen Generali und Wüstenrot.

Mit einem raschen Ausstieg der Großaktionäre sei nicht zu rechnen, sagte Haynes. „Sie würden nicht Geld in die Bank stecken, wenn sie vorhätten, in nächster Zeit auszusteigen.“

Auf deutlich steigende Gewinne dürfen die Eigentümer in der nächsten Zeit aber wohl nicht hoffen. „Es wird in Zukunft Wachstum geben, aber es wird schrittweise über die Zeit kommen“, sagte Haynes. Die Bank könne sich dem mauen wirtschaftlichen Umfeld nicht entziehen.

Im vergangenen Jahr schrumpfte der Nettogewinn wegen höherer Bankenabgaben und Kosten für den laufenden Stellenabbau in der Verwaltung um gut zwölf Prozent auf 107 Millionen Euro. Dabei schlugen auch Abschreibungen auf die rund zweiprozentige Beteiligung an der ungarischen BayernLB -Tochter MKB von rund 25 Millionen Euro zu Buche.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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