Erstes Quartal 2012
Gewinn bei Hypo Real Estate bricht ein

Die HRE und auch ihre neue Kernbank PBB haben im ersten Quartal des Jahres einen Gewinneinbruch verzeichnet. Trotzdem rechnet das Management für das Gesamtjahr mit einem Vorsteuergewinn bei der PBB.
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MünchenKein guter Jahresstart für die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE): Der Vorsteuergewinn des Konzerns brach im ersten Quartal 2012 um 93 Prozent auf magere zwölf Millionen Euro ein, wie die HRE am Dienstag in München mitteilte. Auch die neue Kernbank PBB schnitt schwach ab. Hier fiel das Vorsteuerergebnis auf 21 (Vorjahr: 52) Millionen Euro.

Es ist das schlechteste Quartal, seitdem die PBB Gewinne schreibt. In der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) sind die gesunden Teile der in der Finanzkrise kollabierten HRE gebündelt. Das Institut soll in den nächsten Jahren wieder privatisiert werden - dafür sind allerdings bessere Zahlen nötig.

Der Gewinneinbruch der PBB geht unter anderem auf höhere Kosten für das Vorhalten von Liquidität zurück. Zudem wurde das Staatsfinanzierungsportfolio teilweise abgebaut, was das Ergebnis ebenfalls drückte. Vor allem das Engagement in Italien wurde reduziert. Die Risikovorsorge für faule Kredite spielt zwar noch keine entscheidende Rolle, liegt aber höher als im Vorjahr. Und schließlich hatten im Auftaktquartal 2011 einige positive Sondereffekte das Ergebnis nach oben gehievt.

„Wir haben uns in der aktuellen Situation für eine konservative Liquiditätsstrategie entschieden“, sagte HRE-Chefin Manuela Better. „Daraus resultieren ein geringerer Zinsüberschuss und eine zurückhaltende Akquisition von Neugeschäft.“

Die PBB hatte sich bei den jüngsten Liquiditätsspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) eingedeckt. Denn hier ist der Konzern ein gebranntes Kind. Massive Liquiditätsengpässe der Staatsfinanzierungstochter Depfa hatten im Herbst 2008 die HRE-Krise ausgelöst. Die Bank musste schließlich mit Staatshilfen von zeitweise rund 150 Milliarden Euro gerettet werden und wurde zur größten Pleite-Bank in Deutschland.

Trotz des schwachen Starts bekräftigte Firmenchefin Better, im Gesamtjahr 2012 mit einem Vorsteuergewinn der PBB von 100 bis 140 Millionen Euro zu rechnen. Das würde einem deutlichen Rückgang gegenüber den 188 Millionen Euro aus dem Jahr 2011 entsprechen. Das Neugeschäftsvolumen soll 2012 bis zu acht Milliarden Euro erreichen, obwohl es von Januar bis März nur 0,8 (Vorjahr: 2,2) Milliarden waren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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