Erwartungen über außergerichtlichen Vergleich gedämpft: Ackermann tritt bei Verurteilung zurück

Erwartungen über außergerichtlichen Vergleich gedämpft
Ackermann tritt bei Verurteilung zurück

Die Neuaufrollung des Mannesmann-Prozesses wirft auch auf der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank bereits ihre Schatten voraus. Erstmals hat Vorstandschef Josef Ackermann ausgesprochen, worüber Beobachter und Experten bisher nur spekulierten. „Bei einer Verurteilung im Mannesmann-Verfahren werde ich zurücktreten“, kündigte er an. Dies sei selbstverständlich. Auch die Bedingungen für einen Rückzug steckt er bereits klar ab.

HB FRANKFURT. In diesem Fall werde er auf eine Abfindung verzichten, sagte Ackermann am Donnerstag in Frankfurt. „Wenn ich wegen Mannesmann zurücktrete, bekomme ich keinen Cent.“ Dies habe er dem Aufsichtsrat, der seinen Vertrag am Mittwoch bis 2010 verlängert hatte, in einem Brief mitgeteilt. Ohne Leistung wolle er auch kein Geld, meinte Ackermann.

Erneut verteidigte er sein Verhalten als Mannesmann-Aufsichtsrat. Er hätte den Bonuszahlungen nicht zugestimmt, wenn er gewusst hätte, dass er damit gegen geltendes Recht verstoße, sagte Ackermann.

Zugleich dämpfte er Erwartungen über einen möglichen außergerichtlichen Vergleich. Es sei „viel zu früh", um diese Frage „überhaupt anzudenken", sagte Ackermann. Er oder seine Verteidiger hätten keine entsprechenden Signale gesendet. Er wisse auch nicht mehr als die Öffentlichkeit. Daher werde er sich dazu auch nicht weiter äußern, fügte der Bankchef hinzu. Ackermann ließ auf Nachfrage auch offen, ob er sich auch auf eine Einigung einlassen würde. Er werde seine Arbeit auf alle Fälle fortsetzen, auch wenn er wieder vor Gericht erscheinen müsse. „Wenn es zu einer Wiederaufnahme kommt, werden wir das durchhalten“, stellte er klar.

Nach eigenen Worten hat Ackermann trotz der massiven Kritik an seiner Person wegen der Mannesmann-Affäre und dem Abbau tausender Stellen bislang keinen Rückzug in Erwägung gezogen. Auch die Entscheidung, dass der Mannesmann-Prozess neu aufgerollt wird, habe daran nichts geändert. „Nein, ich habe nie an Rücktritt gedacht“, sagte der 57-jährige Schweizer. Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) kurz vor Weihnachten, den Mannesmann-Prozess erneut aufzurollen, waren erneut Spekulationen um über einen möglichen Abtritt des Bankers laut geworden.

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