Erwartungen übertroffen: Aareal Bank hakt die Immobilienkrise ab

Erwartungen übertroffen
Aareal Bank hakt die Immobilienkrise ab

Die Aareal Bank lässt die Krise auf den internationalen Immobilienmärkten hinter sich. Das Institut konnte den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln - und auch für 2011 erwartet der Immobilienfinanzierer Wachstum.
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Frankfurt

Die Aareal Bank lässt die Krise auf den internationalen Immobilienmärkten hinter sich und verdient wieder wie in besten Zeiten. "Wir sehen eine ganz klare Bodenbildung auf den gewerblichen Immobilienmärkten", zog Vorstandschef Wolf Schumacher am Dienstag eine Bilanz des Jahres 2010. Die Transaktionen zögen wieder an, zuverlässige Finanzierer seien gefragt. Nach seinen Worten hilft der Aareal auch, dass sich ehemals starke heimische Konkurrenten - dazu zählt etwa die Commerzbank-Tochter Eurohypo - aus vielen Auslandsmärkten zurückgezogen haben und sich stattdessen auf ihre Sanierung konzentrieren. "Wir stellen fest, dass der Wettbewerb abnimmt." Aareal könne deshalb höhere Margen und strengere Kreditbedingungen durchsetzen.

Am Markt kamen die Nachrichten gut an. Die Aareal-Aktie verteuerte sich am Vormittag um vier Prozent und entwickelte sich damit besser als der Nebenwerteindex MDax.

Nach vorläufigen Zahlen steigerte Aareal ihr Betriebsergebnis im vergangenen Jahr überraschend stark um 54 Prozent auf 134 Millionen Euro. Nach Abzug der Zinsen für die Einlage des Bankenrettungsfonds SoFFin stand unter dem Strich und ein Gewinn von 46 Millionen Euro zu Buche - doppelt so viel wie im Vorjahr. Vor allem das anhaltend niedrige Zinsniveau konnte Aareal für sich nutzen: Der Zinsüberschuss kletterte um elf Prozent auf 509 Millionen Euro. Zugleich musste die Bank weniger für faule Kredite zur Seite legen: Die Risikovorsorge sank auf 105 (Vorjahr: 150) Millionen Euro. Insgesamt legte das Neugeschäft mit strukturierten Immobilienfinanzierungen auf 6,7 (3,8) Milliarden Euro zu.

Trotzdem plant Schumacher für das neue Jahr gewohnt vorsichtig. Das Betriebsergebnis werde zwar weiter steigen, das Neugeschäft dürfte sich aber auf fünf bis sechs Milliarden Euro verlangsamen. Schließlich sei ungewiss, wann der Wettbewerb wieder anziehe.

Von der Eurohypo, die an diesem Donnerstag Zahlen vorlegt, dürfte Branchenkennern zufolge so schnell kaum Gegenwind kommen. Nach Medienberichten hat die Bank ihren Verlust 2010 sogar ausgeweitet. Das Neugeschäft der Mainzer Westimmo wiederum leidet unter dem auf Eis liegenden Verkaufsprozess. Aareal galt lange Zeit als einer der Kaufinteressenten, hat dies aber nie bestätigt.

Von den insgesamt erhaltenen Staatshilfen über 525 Millionen Euro zahlte Aareal bislang 150 Millionen zurück. Wann der Rest folgt, ließ Schumacher offen: "Wir haben keinen Zeitdruck." Die SoFFin-Einlage hilft der Kapitalausstattung der Bank: Die Kernkapitalquote lag nach dem neuen Bewertungsansatz Ende 2010 bei 12,9 Prozent. Ohne Berücksichtigung des Hybridkapitals und der verbliebenen Staatshilfe waren es 8,1 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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