Erwartungen verfehlt
Quartalsgewinn der Deutschen Bank bricht ein

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal einen Gewinn von rund einer Milliarde Euro vor Steuern erzielt. Das ist deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Analystenerwartungen werden deutlich verfehlt.
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FrankfurtDie Deutsche Bank hat im zweiten Quartal weniger verdient als erwartet. Der Vorsteuergewinn liege bei rund einer (Vorjahr: 1,8) Milliarde Euro, teilte das Institut am Dienstag mit. Unter dem Strich liege der Gewinn bei rund 700 Millionen Euro (1,2 Milliarden Euro). Analysten hatten laut Daten von Thomson Reuters Starmine für das zweite Quartal einen Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von gut einer Milliarde vorhergesagt.

Die Bank habe unter dem schwachen Euro gelitten, durch den sich die in Pfund und Dollar angefallenen Kosten erhöht hätten, hieß es zur Begründung. Für das Gesamtjahr geht die Deutsche Bank nun von einem geringeren Gewinn aus als Analysten ihr noch im Frühjahr zugetraut hatten. Damals hatte das Geldhaus auf Basis von Analystenschätzungen einen Nettogewinn von drei Milliarden Euro nach Ausschüttung einer Dividende angenommen.

Der vollständige Quartalsbericht wird am kommenden Dienstag (31. Juli) erwartet. Die vorläufigen „Eckdaten“ geben keinen Hinweis darauf, ob die Bank bereits für den Zeitraum von April bis Juni Rückstellungen für die Verwicklung in Zinsmanipulationsskandale („Libor“, „Euribor“) bilden will. Medienberichte zufolge will die Deutsche Bank davon absehen, obwohl etwa die deutsche Finanzaufsicht Bafin öffentlich zu dem Schritt geraten hatte.

Bafin-Chefin Elke König hatte im „Spiegel“ gefordert, die Banken müssten für eventuelle Schäden Rückstellungen bilden. Auf die Deutsche Bank können nach Schätzungen von Morgan Stanley durch eine Strafe und mögliche zivilrechtliche Klagen Belastungen von mehr als eine Milliarde Dollar zukommen.

„Die Zahlen sind schwächer als erwartet, hauptsächlich wegen der Kosten und Risikovorsorge“, so Philipp Häßler, Analyst bei Equinet. „Es sieht so aus, als seien keine großen Rückstellungen für die Libor-Angelegenheit gebildet worden. Was positiv ist, ist die etwas stärkere Kapitalquote.“

Die Deutsche Bank geht trotz des Gewinnrückgangs weiter davon aus, dass sie zum Jahresanfang 2013 eine Kernkapitalquote nach den neuen Basel-III-Richtlinien von 7,2 Prozent erreichen wird. „Niedrigere Projektionen für den Jahresabschluss 2012“ würden durch einen weiteren Abbau von Bilanzrisiken kompensiert.

Die Deutsche Bank hatte zuletzt den Abbau von 1000 Stellen im Investment-Banking beschlossen. Auch andere globale Banken kürzen angesichts sinkender Einnahmen, die unter anderem auf die weiterhin unsichere Lage an den Finanzmärkten zurückzuführen ist.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft lag den Angaben zufolge bei rund 400 Millionen Euro nach 464 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen wechselkursbedingt um 300 Millionen auf 6,6 Milliarden Euro.

Die Anleger reagierten irritiert auf die Vorlage der Eckdaten: Die Aktie der Deutschen Bank schoss kurzzeitig um über zwei Prozent in die Höhe, beendete den Handel aber mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 23,47 Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Europäische und globale Krise ist das eine, Verwicklung in immer neue Skandale das andere.
    Ohne eine Vorverurteilung, aber der gute Ruf der Deutschen Bank leidet immer mehr. So erzeugt man keine Firmen- und Aktionärskultur. Um es auf hochdeutsch zu sagen: Ich bin stinksauer zu sehen wie hochbezahlte "Bänker" meinen Mitbesitz vor die Wand fahren. Ich gebe "Henry" recht, 14 Euro für die Aktie - es scheint so, dass das der Weg ist.

  • Also das Gesamtrisiko in den Peripheriestaaten ist deutlich größer - vlt. das Nettoexposure in Staatsanleihen nicht, aber gerade in Italien und Spanien ist die Deutsche Bank auch im normalen Kreditgeschäft unterwegs. Das wird die Bank in ihren Ergebnissen wohl auch nocht zu spüren bekommen.

  • Tempi passati. Ich freue mich. Knüppelt man doch weiterhin die Bankaktien runter. Ich sammle sie weiter ein. Denn eines ist klar: Die Wirtschaft funktioniert nicht ohne Banken.Ich bleibe dabei: Bankaktien sind krass unterbewertet. Und das direkte Engagement der DB in den Südstaaten halte ich mit 1.532 Mio Euro für überschaubar.(Quartalsbericht I 2012). Nettovermögen/Aktie 59 Euro.

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