Erwartungen verfehlt
Rückgang im Investment-Banking belastet Credit Suisse

Bei der Credit Suisse ist es ähnlich wie bei anderen europäischen Großbanken: Im Investment-Banking gab es im ersten Quartal einen spürbaren Rückgang, was den Gewinn belastet.
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Zürich

Die Prophezeiung von Brady Dougan hat sich schneller bewahrheitet als dem Chef der Credit Suisse lieb sein dürfte. Im Februar hatte der Amerikaner das Renditeziel für die Schweizer Großbank zurückgenommen. Jetzt meldet das Geldhaus für das erste Quartal nur noch einen Reingewinn von 1,1 Milliarden Franken. Darin enthalten sind einmalige Wertanpassungen für eigene Verbindlichkeiten und Derivate in Höhe von gut einer Milliarde Franken. Im Vorjahr lag der Quartalsgewinn noch bei gut zwei Milliarden Franken. Die Eigenkapitalrendite ist von 22 auf 13,4 Prozent eingebrochen. Dougan wollte eigentlich mehr als 15 Prozent erreichen. Analysten hatten mit einem Gewinn von 1,3 Milliarden Franken gerechnet.

Mit ihrem Gewinneinbruch von 45 Prozent steht die Credit Suisse schlechter da als die Erzrivalin UBS. Deren Quartalsgewinn war um 18 Prozent gesunken. Die Probleme der beiden Konkurrenten sind jedoch ähnlich. Beide Banken haben den Eigenhandel im Investment-Banking stark zurückgefahren und stützen sich auf weniger riskante Kundentransaktionen. Die schwanken jedoch so sehr, dass die Erträge kaum stabil zu halten sind. Der Gewinn der Investmentbank der Credit Suisse brach im ersten Quartal um ein Viertel ein.

Besser lief es im Private Banking. Dort gelang es den Schweizern 18 Milliarden neue Kundengelder zu gewinnen. Das Ergebnis blieb fast auf Vorjahreshöhe. In den kommenden Monaten erhofft sich Dougan weiterhin Rückenwind vom Marktumfeld. "Die Kundenaktivität dürfte mit zunehmender Renditeorientierung der Investoren und mit der wachsenden Nachfrage nach umfassenden Beratungsdienstleistungen weiter wachsen", sagte der Konzernchef.

Sehr ähnlich war es gestern bei der UBS, wo Bankchef Oswald Grübel frohlockte: "Die Kunden schenken uns wieder ihr Vertrauen." Mehr als 22 Milliarden Franken haben UBS-Kunden weltweit netto auf ihre Konten überwiesen. Das ist der höchste Mittelzufluss seit Ausbruch der Finanzkrise 2007. Damals begann der Niedergang der Schweizer Großbank, an dessen Ende Verluste von mehr als 50 Milliarden Dollar, Mittelabflüsse von mehr als 250 Milliarden Franken und eine Rettung durch den Staat standen. Als Grübel das Steuer der Bank Anfang 2009 übernahm, kündigte er an: "Unsere wichtigste Aufgabe ist es, das Vertrauen unserer Kunden zurückzugewinnen." Jetzt scheint das Ziel erreicht.

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