Ethikbank GLS
Abtritt des Gutbankers

Nach 14 Jahren im Vorstand verlässt Andreas Neukirch die GLS Bank. Für das etwas andere Geschäftsmodell war er ein wichtiger Anker. Der Grund für seinen Abgang überrascht.

Die GLS ist ein echter Gegenentwurf zur traditionellen Bankenwelt. Als erste Bank trat sie 1974 an, nur nach sozialen und ökologischen Prinzipien zu investieren. Die drei Buchstaben im Namen stehen für „Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken“ - und das beschreibt das Geschäftsmodell ziemlich gut. Die Bank gehört rund 30 000 Genossen und vergibt Darlehen und Spenden für den guten Zweck. 14 Jahre lang war Andreas Neukirch maßgeblich dafür verantwortlich, als Vorstand der Ethik-Bank. Wie nun bekannt wurde, verlässt er das Unternehmen zum Ende des Jahres. „Nach einer äußerst erlebnisreichen Tätigkeit bei der GLS Bank interessieren mich neue Perspektiven“, sagt Neukirch. Für den 56-jährigen wird zum 1. Januar 2017 Christina Opitz in den Vorstand aufrücken.

Die Trennung erfolge im Einvernehmen, bestätigt ein Mitglied des Aufsichtsrates dem Handelsblatt. Die Zusammenarbeit mit Neukirch sei immer sehr kollegial und positiv gewesen. Dass er das Unternehmen zum Jahresende verlässt, sei ein großer Verlust. In der offiziellen Erklärung der Bank heißt es, Neukirch habe in den 14 Jahren als Steuerungsvorstand zur „erfreulichen und dynamischen Entwicklung“ beigetragen.

Seine 57-jährige Nachfolgerin Christina Opitz verantwortet bereits seit 2008 als Bereichsleiterin das Firmenkundengeschäft. Auch das starke Wachstum im Kreditgeschäft geht somit auf ihren Bereich zurück.. „Ihre Führungsstärke gepaart mit ihren Erfahrungen im Firmenkundengeschäft machen sie zu einer sehr guten Wahl“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Walter.

Mit einer Bilanzsumme von 4,5 Milliarden Euro und 206 000 Kundinnen und Kunden zählt die GLS Bank zu den kleineren Geldhäusern in Deutschland. Aufsehen erregte die Gutbank aber mit dem Plan, die Kosten des Niedrigzinses auf die Kunden abzuwälzen. Ab 2017 sollen Privat- und Geschäftskunden einen Jahresbeitrag bezahlen – eine Art „Banken-Soli”. Fünf Euro, zwölf Mal im Jahr, um Geschäfte mit der GLS-Bank abzuwickeln. Plus Kontoführungsgebühren. Damit aber noch nicht genug, die Gutbank senkte auch den Zins für das Tagesgeld auf 0,0 Prozent. Im Gegenzug gibt’s auch den Überziehungskredit ab November zum Nulltarif. Kein Zins für Guthaben und Kredite umsonst - Banking auf dem Kopf.

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