Etliche Banken betroffen
Devisen-Manipulationen weiten sich aus

Wegen mutmaßlicher Manipulation am Devisenmarkt ermitteln Behörden rund um den Globus gegen eine Reihe von Banken. Händler sollen zusammen illegal Währungskurse beeinflusst haben. Den Gelhäusern drohen hohe Strafen.
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SingapurDer Skandal um Manipulationen auf dem billionenschweren Devisenmarkt ruft rund um den Globus immer mehr Aufsichtsbehörden auf den Plan. Jetzt nehmen auch die Regulierer in Hongkong und Neuseeland eine Reihe von Banken unter die Lupe, wie sie am Dienstag ankündigten. In Hongkong forderte die als Zentralbank fungierende Geldmarkt-Behörde HKMA etliche Geldhäuser auf, ihre Praktiken im Devisengeschäft zu untersuchen und detailliert offenzulegen. Welche Banken das sind, ließ eine Sprecherin allerdings offen. Auch die Wettbewerbshüter in Neuseeland wollten sich nicht in die Karten schauen lassen. Weltweit haben Finanzinstitute inzwischen mindestens 30 Händler beurlaubt oder entlassen. Insidern zufolge musste zuletzt auch eine führende Devisenhändlerin der Deutschen Bank in London ihren Schreibtisch räumen.

Am Devisenmarkt werden täglich etwa 5,3 Billionen Dollar umgesetzt. Einzelne Banker stehen im Verdacht, bei der Festlegung von Referenzkursen für Währungen getrickst und dabei Kunden geschädigt zu haben. Ähnlich wie im Skandal um manipulierte Zinsen drohen den Geldhäusern hier nach Einschätzung von Experten empfindliche Strafen, sollten sich die Manipulationen bestätigen. Ins Rollen gebracht hatten die Untersuchungen vor etwa einem Jahr die Aufsichtsbehörden in Europa, allen voran in Großbritannien. Aber auch die deutsche BaFin ermittelt in der Angelegenheit. Erst am Montag war zudem bekanntgeworden, dass die Schweizer Wettbewerbsbehörde Weko eine formelle Untersuchung gegen acht Institute eröffnet hat.

Nun schwappen die Ermittlungen nach Asien über. Hongkong ist der drittgrößte Devisenmarkt in der Region nach Singapur und Tokio. Bereits seit Oktober hatte die HKMA in engem Austausch mit den Regulierern in anderen Staaten gestanden. Jetzt bestätigte die Behörde erstmals offizielle Untersuchungen in der Sache.

Die Deutsche Bank, die neben der Schweizer UBS zu den größten Devisenhändlern der Welt zählt, hat zur Aufklärung der Vorwürfe bereits eine eigene interne Untersuchung gestartet. Die Analysten von JP Morgan erklärten unlängst in einer Studie, Co-Vorstandschef Anshu Jain zähle den Devisenskandal zu den wichtigsten Themen, die er in den nächsten Monaten abräumen wolle. Die Bank hat sich bislang aber nicht konkret geäußert, wie viele Händler in der Affäre schon beurlaubt wurden. Laut Geschäftsbericht hat es disziplinarische Maßnahmen gegen Mitarbeiter gegeben.

Bei dem jüngsten Fall in London handelt es sich um die Händlerin Kai Lew, wie ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Die Bankerin, die laut ihrem LinkedIn-Profil Anfang 2006 von Goldman Sachs zur Deutschen Bank kam, sei für das Devisengeschäft mit Zentralbanken zuständig und habe bereits im März ihren Arbeitsplatz verlassen. Dies sei eine Konsequenz der internen Untersuchung gewesen, es gebe aber keine Hinweise auf ein Fehlverhalten. Eine Sprecherin der Deutschen Bank lehnte eine Stellungnahme ab, Lew war zunächst nicht zu erreichen. Sie ist die erste Frau, die im Zuge der Ermittlungen freigestellt wurde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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