EU-Auflagen

Bank of Cyprus zwingt Sparern eigene Anteile auf

Eine umstrittene Auflage des EU-Rettungspakets für Zypern ist in die Tat umgesetzt: Die Bank of Cyprus hat Einlagen von Sparern in Anteile an dem Institut umgewandelt. Doch damit ist das Ende noch nicht erreicht.
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Bank of Cyprus-Filiale in Nikosia: Wer dort über 100.000 Euro liegen hat, wird zur Kasse gebeten. Quelle: ap

Bank of Cyprus-Filiale in Nikosia: Wer dort über 100.000 Euro liegen hat, wird zur Kasse gebeten.

(Foto: ap)

NikosiaDie zyprische Geschäftsbank Bank of Cyprus hat Einlagen ihrer Sparer in Eigenkapital umgewandelt. Damit kommt das Institut einer Auflage der Europäischen Union nach. Die EU hatte ein milliardenschweres Hilfspaket aufgelegt, um den Bankrott des Inselstaats abzuwenden. Die Beteiligung der Sparer war einer der umstrittensten Bestandteile.

Wie das Finanzinstitut am Sonntag mitteilte, seien zunächst 37,5 Prozent der Sparguthaben über 100.000 Euro in Aktien umgewandelt worden. Damit sind die Kontoinhaber aber noch nicht vollständig aus dem Schneider. Denn weitere 22,5 Prozent der Guthaben hält die Bank weiter zurück, um sie möglicherweise auch in Anteile umzuwandeln.

Derzeit wird noch der Kapitalbedarf der Bank ermittelt, um die endgültige Beteiligungshöhe festzulegen. Die Ergebnisse sollen Ende Juni vorliegen. Auch auf die restlichen 30 Prozent über 100.000 Euro dürfen die Sparer noch nicht zugreifen, die Einlagen sind eingefroren.

Die zyprischen Banken hatten Milliarden von Euro in griechische Staatsanleihen investiert und waren durch den Schuldenschnitt des Landes heftig in Mitleidenschaft gezogen worden. Als Auflage der EU für die Rettung wird unter anderem die zyprische Laiki Bank abgewickelt.

Ein Sprecher der Bank wollte nicht sagen, welchen Umfang die bisherige Wandlung hat. Eine erste Tranche des Hilfspakets für Zypern soll im Mai fließen.

  • mdo
  • rtr
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12 Kommentare zu "EU-Auflagen: Bank of Cyprus zwingt Sparern eigene Anteile auf"

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  • @gaestle, vielleicht haben sie die relevanz der fragestellungen noch nicht begriffen ob die von bürokraten willkürlich beschlossene enteignung von sparguthaben mit rechtstaatlichkeit vereinbar ist, oder wozu man ein insolvenzrecht hat, wenn es auf banken keine anwendung findet.

  • Man kann es nennen wie man will und jeder der denkt das man bei einem Giro Konto das Risiko der Banken beim zocken mit tragen muss, hat entweder keinen Lohn, für den er arbeiten muss, oder arbeitet selbst bei einer Bank. Es ist schlicht und einfach Diebstahl!!

  • Das wird besser sein, denn mit ihrem Stammtisch Wissen sollte man vielleicht besser bei der Bravo, oder Spiegel bleiben.

  • Die meisten hier haben immer noch nicht die elementarsten Grundlagen begriffen: Zins und Risiko korrelieren miteinander. Zinsen von 4% auf Bankeinlagen sind heutzutage eben überdurchschnittlich hoch und damit riskant. Man muss schon schauen, wem man sein Geld anvertraut.

    Oder soll mal wieder die Allgemeinheit für falsche Entscheidungen einer Bank haften?

    So langsam überbietet jeder Stammtisch das Niveau dieses Forums. Ich bin in letzter Zeit immer seltener hier unterwegs, wenn es so weitergeht werde ich beim HB gar nicht mehr reinschauen.

  • Wenn die Sparer Aktien bekommen, ist das besser als nichts. Wenn es der Bank nachher wieder gut geht, können sie einen Gewinn machen. Ich vermute das wird dept-equity-swap genannt.

  • Das ist RAUB durch Bank und Politik!!

    Nach dem Gesetz ist Raub strafbar FÜR JEDERMANN!!
    Vor dem Gesetz ist jeder gleich, - selten so gelacht!

    Die Systemparasiten haben Narrenfreiheit .
    der Fisch stinkt vom Kopf her, wann schneiden wir Ihn endlich ab?!

  • Früher wurden nur Gewinne privatisiert und nun wird auch die Verluste privatisiert. Das ist doch ein echter freier Markt.

  • falls sie einen bankraub planen, denken sie bitte unbedingt daran ein paar eigene aktien mitzunehmen.

  • das verstehe ich nicht. Aktien einer bankrotten Bank sind wertlos. Warum dann nicht vollständige Beschlagnaheme der Konten. Kosmetik für die Medien?
    Wer meint, das könnte in D nicht passieren, könnte sich gewaltig täuschen. Das Zypern-Muster wird für die insolventen Banken der EUR -Südstaaten (auch Frankreich) und Irland gelten. Die faulen Darlehen (NPLs)und wertlosen PIIGS Anleihen in den Bilanzen deutscher Banken werden nicht ohne Grund verharmlost oder gar nicht erst veröffentlicht. Ganz zu schweigen von dern rund 60 Billionen € an Derivaten der Deutschen Bank.

  • ...ja, kaufmännisch-hanseatisch ala Buddenbrocks zu denken ja zu handeln, hilft dann auch nichts mehr. Eigentum ist eine Illusion.

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