EU-Beschluss ING muss Staat vor Investoren bedienen

Schulden abzustottern ist gerade für eine Bank redlich. Aber die Institute dürfen das nicht so machen wie sie wollen. Aktuelles Beispiel ist die ING. Laut der EU-Kommission muss die niederländische Großbank zuerst den Staat bedienen, dann erst die anderen Gläubiger. Das erregt Protest.
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Gut gebaut: die ING-Zentrale in Amsterdam. Quelle: Reuters

Gut gebaut: die ING-Zentrale in Amsterdam.

(Foto: Reuters)

HB AMSTERDAM. Die EU-Kommission verbietet der niederländischen Bank ING die vorzeitige Rückzahlung einer speziellen Schuldverschreibung. Zunächst müsse das Institut die restliche Staatshilfe zurückgeben, erklärte die Behörde am Dienstag. Es gehe um eine faire Lastenteilung zwischen Steuerzahler und privaten Investoren. ING hat in der Finanzkrise eine Kapitalspritze des Staates über zehn Milliarden Euro bekommen und davon die Hälfte bereits zurückgezahlt. Bis Ende nächsten Jahres solle der Rest beglichen werden, sagte ein Banksprecher. "Die Entscheidung der EU-Kommission hat uns nicht überrascht, aber wir bedauern sie sehr."

ING wollte das Papier (Trust Preferred Security), das einem Genussschein ähnelt, frühzeitig zurückzahlen, weil es nach den neuen Eigenkapitalregeln Basel III nicht mehr zum Kernkapital gezählt wird. Die bei Anlegern platzierte Schuldverschreibung hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Dollar, auf die die Bank knapp vier Prozent Zinsen zahlen muss. Die EU hatte in der Krise auch bei einigen Verluste schreibenden Landesbanken Druck gemacht, die Werte ähnlicher Papiere herabzusetzen und deren Bedienung auszusetzen.

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