EU-Kommission macht Druck
HSH Nordbank muss verkauft werden

Ein Großteil der kriselnden HSH Nordbank soll bis 2018 privatisiert werden. Andernfalls dringt die EU-Kommission auf eine Abwicklung des Geldhauses. Die HSH kann sich eine Konsolidierung im Landesbankensektor vorstellen.

Hamburg/FrankfurtDie EU-Kommission setzt der krisengeschüttelten HSH Nordbank die Pistole auf die Brust: Die Mehrheitseigner des Instituts, die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, müssen bis 2018 einen Käufer für die HSH finden oder das unter der Schiffskrise leidende Institut abwickeln.

Das gab die EU-Kommission am Montag bekannt und genehmigte gleichzeitig einen Umbau der Landesbank, der allerdings kleiner ausfällt als von der HSH erhofft. Finanzchef Stefan Ermisch ist mit der Lösung dennoch zufrieden, wie er der Nachrichtenagentur Reuters sagte. „Das Risiko, keinen Käufer zu finden, ist extrem gering. Die Bank ist weitgehend von Altlasten befreit.“

Die HSH Nordbank wird faule Kredite mit einem Volumen von bis zu 6,2 Milliarden Euro in eine Zweckgesellschaft der Länder auslagern. Zudem kann sie weitere Portfolien von zwei Milliarden Euro am Markt verkaufen. Das Volumen ausfallgefährdeter Kredite (non performing loans, NPL) von derzeit gut 15 Milliarden Euro werde so um mehr als die Hälfte fallen, sagte Ermisch.

Der Anteil ausfallgefährdeter Darlehen am gesamten Kreditportfolio (NPL-Quote) sinke von 23 Prozent um gut zehn Prozentpunkte. Mit dem Ausmisten ihrer Bilanz erfüllt die HSH eine zentrale Forderung der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Hoffnung des Instituts, mehr Altlasten aus der Bilanz zu schieben – verhandelt worden war zeitweise über einen zweistelligen Milliarden-Betrag – erfüllte sich dagegen nicht.

Deutlich weniger Geld bezahlen muss die Bank künftig allerdings für eine Garantie der Länder, die nach dem Umbau Experten zufolge von zehn auf fünf bis sechs Milliarden Euro schrumpfen wird. Die Grundgebühr, die das Institut für die Garantie bezahlt, wird künftig von 400 auf rund 100 Millionen Euro pro Jahr fallen. Eine Zusatzprämie, die zuletzt 385 Millionen Euro betrug, entfällt ganz.

Die beiden Mehrheitseigner äußerten sich nicht dazu, wie teuer der Umbau der Bank für sie wird. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig erklärte lediglich, das Haushaltsrisiko für Schleswig-Holstein sei signifikant reduziert worden. Wolfgang Kubicki, der FDP-Fraktionschef im Kieler Landtag, rechnet schon im Zuge des aktuellen Deals mit Milliarden-Belastungen für den Steuerzahler.

Weitere Kosten seien auf die Zeit nach der Landtagswahl im Frühjahr 2017 verschoben worden, da der Verkauf der HSH sehr schwierig werde, sagte Kubicki zu Reuters. „Ich bezweifle, dass es dafür überhaupt einen Markt gibt.“

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Bank strebt vermutlich einen Börsengang an

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