EU-Zugang nach Brexit
Schweizer Banken hoffen auf Allianz mit London

Der Schweizer Bankenverband plant eine Allianz mit London, um sich erleichterten Marktzugang zur EU zu verschaffen. Schon 2012 versuchte der SBA einen Vorstoß – nun erhält das Vorhaben mehr Gewicht.

ZürichDer Schweizer Bankenverband (SBA) will nach dem Brexit Votum mit London und asiatischen Finanzplätzen eine Allianz schmieden, um sich einen erleichterten Marktzugang zur Europäischen Union (EU) zu sichern. „Die Finanzzentren haben mehr Gewicht, wenn sie gegenüber Regulatoren und der Politik mit einer Stimme auftreten“, sagte eine SBA-Sprecherin am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der „Financial Times“. Der Verband stehe diesbezüglich neben Großbritannien auch mit Hongkong und Singapur in Kontakt.

Mit einem Austritt aus der EU könnte es für die britischen Banken und andere Finanzdienstleister deutlich schwerer werden, ihre Produkte und Dienstleistungen in der Union zu vertreiben. Die Banken aus dem Nicht-EU-Land Schweiz kämpfen jetzt schon mit dieser Hürde. Weil ein EU-weiter Marktzugang angesichts der Einwanderungs-Beschränkungen ins Stocken geraten ist, versucht die Schweiz, mit einzelnen Ländern Abkommen abzuschließen. Neben Deutschland hat die Schweiz auch mit Großbritannien und Österreich einen vereinfachten Marktzugang ausgehandelt.

Sitzt Großbritannien im selben Boot, dürfte das Anliegen der Schweizer mehr Gewicht erhalten. Schon 2012 machte die SBA einen Vorstoß, sich mit London, Hongkong und Singapur im Rahmen der sogenannten „F4-Allianz“ zusammenzuschließen. Doch der Vorschlag wurde damals nicht umgesetzt. „Es ist ein guter Zeitpunkt, diese Idee wieder aufzunehmen“, sagte die Sprecherin. Ziel sei es, dass sich die Finanzzentren weltweit besser abstimmten. Dies betreffe nicht nur den Marktzugang, sondern auch Regulierungs- oder Steuerfragen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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