Euan Sutherland
Chef von britischem Mischkonzern Co-op tritt zurück

Der Chef des vom Drogenskandal erschütterten Mischkonzerns Co-operative Sutherland ist zurückgetreten. Der Grund: Er habe notwendige Veränderungen nicht anpacken können. Der Konzern sei „nicht führbar“.
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LondonDer Chef des krisengeplagten Mischkonzerns Co-operative ist zurückgetreten. Als Grund habe Euan Sutherland angegeben, dass er als Vorstandsvorsitzender notwendige Veränderungen nicht habe anpacken können, weil grundlegende strukturelle Probleme dies verhindert hätten, bestätigte das britische Unternehmen am Dienstag eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Als Übergangschef sei der bisherige Finanzvorstand Richard Pennycook ernannt worden.

Eine mit der Sache vertraute Person hatte Reuters zuvor erklärt, Sutherland sei der Ansicht, dass das von einem Drogenskandal und einer milliardenschweren Kapitallücke in der Bankensparte erschütterte Unternehmen grundlegend reformiert werden müsse. Er habe den Konzern als „nicht führbar“ bezeichnet. Der Verwaltungsrat des Konzerns, zu dem auch Supermärkte gehören, habe noch am Montagabend ein Krisentreffen einberufen und dabei Reformen beschlossen. Zudem sei ein neues Führungsgremium mit einem unabhängigen Vorsitzenden geplant.

Erst am Sonntag hatte eine Zeitung berichtet, dass die Vergütung von Sutherland und anderen Spitzenmanagern angehoben werden soll. Sutherland erklärte daraufhin, dass die Information von unzuverlässigen Leuten aus dem Verwaltungsrat gestreut worden sei, die einem das Leben schwermachen und den Konzern in eine peinliche Lage bringen wollten.

Seit der Finanzkrise stehen die Managergehälter in Großbritannien unter besonderer Beobachtung. Bei Co-op kommt hinzu, dass 2013 der frühere Verwaltungsratsvorsitzende der Bank-Sparte, Paul Flowers, wegen Drogenvorwürfen festgenommen worden war. Er war einem Zeitungsbericht zufolge dabei gefilmt worden, wie er den Kauf von Kokain und Crystal Meth arrangierte. Zudem war die Bank-Tochter wegen finanzieller Engpässe in den Schlagzeilen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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