Euro-Ausstieg
Die große Furcht der griechischen Banken

Gewinnen die Radikalen die Wahl in Griechenland, rückt ein Euro-Austritt näher. Die griechischen Banken haben Angst vor dem „Grexit“. Der Abfluss von Geldern würde sich verstärken - und es droht die Verstaatlichung
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Athen/DüsseldorfTritt Griechenland nach der Wahl am Sonntag aus der Euro-Zone aus, würden darunter vor allem die griechischen und auch die zypriotischen Banken leiden. Die Ratingagentur Fitch warnt vor gravierenden Folgen für die Bankenbranche.

Der sogenannte „Grexit“ würde wahrscheinlich zu einer großen Kapitalflucht und höheren Kreditausfällen bei den Instituten der beiden Länder führen. Von Krediten der Europäischen Zentralbank (EZB) wären die griechischen Banken bei einem Euro-Austritt ebenfalls abgeschnitten.

Die Banken Griechenlands leiden bereits jetzt unter einer Flucht in Euro-Bargeld. Dahinter steht die Befürchtung, dass falls die Radikalen die Wahl gewinnen und das Land aus dem Euro austritt, die Bankguthaben auf Drachme umgestellt werden könnten.

Privatleute und Unternehmen würden zwischen 100 und 500 Millionen Euro Bargeld am Tag abgeben, hieß es noch vor wenigen Tagen aus Athener Bankenkreisen. Am gestrigen Mittwoch zitierte Reuters ranghohe Athener Banker, der Abfluss sei auf 500 bis 800 Millionen Euro angeschwollen.

Dazu kommen Überweisungen ins Ausland. Seit ihrem Höchststand im Dezember 2009 sind die Einlagen bei den griechischen Geschäftsbanken bereits um mehr als 70 Milliarden Euro oder rund 30 Prozent gesunken.
Die vier größten Geldhäuser des Landes meldeten für das Jahr 2011 Verluste nach Steuern von 27,9 Milliarden Euro. Ende Mai erhielten die National Bank of Greece (NBG), das größte Institut Griechenlands, die Euro-Bank EFG, die Alpha Bank und die Piraeus Bank eine Geldspritze aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF.

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Abfluss von Geldern, Abschied von Banken?

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