Euro-Krise
Société Générale-Chef erwartet Transferunion

Der Chef der zweitgrößten französischen Bank, Frédéric Oudéa, erwartet eine Euro-Transferunion. Ohne einen Transfermechanismus sei es schwer, die Zweifel am Euro auszuräumen.
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FrankfurtDer Chef der zweitgrößten französischen Bank, Frédéric Oudéa, fordert mehr finanzielle Solidarität und gleichere Wettbewerbsbedingungen unter den Euro-Staaten. "Ich sehe persönlich auch langfristig nicht, dass alle Euro-Länder mit unterschiedlichen Volkswirtschaften, aber derselben Währungs- und Zinspolitik in der Lage sein werden, den Märkten allein gegenüberzutreten", sagte Oudéa dem Handelsblatt.

"Wir brauchen klar mehr Konvergenz und mehr Haushaltsdisziplin, aber ich glaube, es wird irgendwann in der ein oder anderen Form auch einen Transfermechanismus geben müssen." Ob Eurobonds das richtige Instrument dafür seien, könne er nicht sagen. "Aber ich bin davon überzeugt, dass wir mehr finanzielle Solidarität brauchen, was unsere Staatsschulden angeht. Sonst könnte es sein, dass die Investoren in den USA und Asien ihre Zweifel dem Euro und den Euro-Mitgliedsländern gegenüber nicht verlieren."

Das die EZB Staatsanleihen jüngst auch von Italien und Spanien kauft, hält Oudéa für "angemessen". Solange die Maßnahmen der EZB temporär begrenzt seien, halte er die Entscheidung für richtig. Wenn sich die Furcht am Kapitalmarkt langfristig nicht lege, könnten die Notenbanken aus seiner Sicht gar zu weiteren Maßnahmen gezwungen sein. "Letztlich ist es die Rolle der Notenbank, dem Bankensystem in problematischen Situationen Liquidität zur Verfügung zu stellen." Die Anleihekäufe der EZB hatte unter anderem EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark kritisiert, der Ende vergangener Woche seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

Kommentare zu " Euro-Krise: Société Générale-Chef erwartet Transferunion"

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  • Vor 2 Monaten ging Minnesota insolvent. Wo bleibt die Ansteckungsgefahr auf andere US Bundesstaaten? Es gibt keine? Weil es ein striktes Bail Out Verbot gibt? Und warum machen wir Europäer das nicht auch so? Ach ja – unsere eigenen Banken und deren Lobbyisten.

  • Deutschland ist laengst eine Transferunion, wer bezahlt denn die Schulden von Berlin und Bremen? Wenn Saarland wieso nicht Griechenland, das gleiche Prinzip.

  • Mann muß nur lange genug die Forderungen nach einer Transferunion fordern und mit Endzeitszenarien für Europa verbinden.Dann werden die Deutschen und andere kritischen Staaten schon einknicken und zustimmmen.Dieses Spiel wird schon seit jahrzehnten gegen die Deutschen gespielt.Denn zum Schluß sind die deutschen Politiker ja jedesmal eingegknickt und haben allem Schwachsinn der europäischen Politik zugestimmt und auch bezahlt.Nun, daß dieser Vorschlag von einem französischen Bankenmanager kommt muß man
    schon mal nach den Motiven fragen. Wer wäre denn Nutznießer solcher " Eurobonds"? Genau! französiche Banken und damit zum großen teil der französische Staat.Man kann nur noch hoffen, daß die unfähigen Politiker in Berlin dieses Spiel durchschauen und konsquent bei einer Ablehnung von Eurobonds bleiben. Zu befürchten ist nur eines, nach der nächsten Bundestagswahl werden die roten, grünen dumpfbacken solchen Transfers zustimmen.Dem Eurosozialismus wieder ein Stück näher. Aber was solls, irgendwie werden wir den Euro schon kaputt bekommen und das Euroabenteuer beenden.

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