Eurohypo mit Interesse an Kreditbeständen: Finanzinvestor zerlegt AHBR

Eurohypo mit Interesse an Kreditbeständen
Finanzinvestor zerlegt AHBR

Die Eurohypo will die milliardenschweren Kreditportfolios der angeschlagenen Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) kaufen. „Wir sind prinzipiell an den Portfolien der AHBR interessiert, wenn der Preis stimmt“, sagte Eurohypo-Vorstand Henning Rasche dem Handelsblatt. Die AHBR will sich von Staatskrediten im Volumen von 34 Mrd. Euro und der privaten Immobilienfinanzierung mit Beständen von zehn Mrd. Euro trennen.

FRANKFURT. Die Eurohypo ist Europas größter und Immobilien- und Staatsfinanzierer. Die Commerzbank hatte das Institut im vergangenen Jahr übernommen. AHBR war durch fehlgeschlagene Zinsspekulationen fast in die Pleite gerutscht. Der Finanzinvestor Lone Star übernahm AHBR Ende 2005.

„Der Verkauf der Staatskredite könnte theoretisch in mehreren Wochen über die Bühne gehen“, sagte Eurohypo-Vorstand Rasche. Der Verkauf der privaten Immobilienkredite sei schon allein rechtlich viel komplizierter und werde wohl mehrere Monate dauern. Die Eurohypo ist vor allem in der gewerblichen Hypothekenfinanzierung in Deutschland und in Europa aktiv. Seit eineinhalb Jahren tummelt sie sich verstärkt im Geschäft mit Staatskrediten.

Die AHBR sagte nur, beide Transaktionen sollten bis Ende 2006 abgeschlossen sein. Lone Star will das Institut deutlich verkleinern und neu aufstellen. Der neue AHBR-Chef Karsten von Köller – Deutschland-Chef von Lone Star und Ex-Chef der Eurohypo – will aus der breit aufgestellten AHBR eine Spezialbank für die Finanzierung von Gewerbeimmobilien mit dem Kernmarkt Deutschland machen.

In Finanzkreisen wird damit gerechnet, dass neben der Eurohypo der Staatsfinanzierer Depfa, die Commerzbank-Tochter Hypothekenbank in Essen, die Deutsche Hypothekenbank Hannover und die DG Hyp Interesse für die AHBR-Portfolios und die Pfandbriefe zeigen werden.

AHBR-Chef von Köller sagte, die Bank solle Investment-Banking für gewerbliche Immobilien in Deutschland mit starken Fokus auf Beratung betreiben. Ziel sei es, die Bank wieder profitabel zu machen und in einigen Jahren zu veräußern. Die Bilanzsumme von zuletzt 75 Mrd. Euro soll auf etwas über zehn Mrd. Euro sinken. Die Zahl der Beschäftigten von derzeit 372 wird nach Schätzungen von Experten auf 50 bis 60 zurückgehen. Konkrete Zielvorgaben nannte der AHBR-Chef hierzu nicht.

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