Europäisches Privatkundengeschäft brach ein: Bank Santander macht mehr Gewinn

Europäisches Privatkundengeschäft brach ein
Bank Santander macht mehr Gewinn

Um zwanzig Prozent konnte die spanische Bank Santander Central Hispano (SCH) ihren Gewinn im vergangenen Jahr steigern und dabei auch kräftige Erlöse aus Beteiligungsverkäufen erzielt. Doch Abbey bereitet Sorgen.

HB MADRID. Die jüngst von Santander für rund 13,2 Milliarden Euro übernommene britische Hypothekenbank Abbey National verbuchte dagegen einen 20-prozentigen Ergebnisrückgang und lieferte zudem einen trüben Ausblick. Dies stimmte Analysten skeptisch, was die Wachstumschancen für die Spanier betrifft.

Die Bank Santander, deren Chef Emilio Botin sich derzeit wegen umstrittener Abfindungszahlungen vor Gericht verantworten muss, bezifferte den Nettogewinn für 2004 am Freitag mit 3,14 Milliarden Euro. Damit fiel das Ergebnis niedriger aus als von Analysten mit 3,27 Milliarden Euro vorausgesagt. Aus Beteiligungsverkäufen in Folge der Abbey-Übernahme erlöste die Bank 831 Millionen Euro.

Das Privatkundengeschäft in Europa brachte mehr als die Hälfte des Gewinns ein, während das Lateinamerika-Geschäft für 27 Prozent verantwortlich war. Dort schlug unter anderem die Dollarschwäche negativ zu Buche. Die Aktien von Santander, die zu den weltweit zehn größten Banken gehört, lagen an der freundlichen Madrider Börse kaum verändert bei 9,49 Euro.

Das seit kurzem zu Santander gehörende Finanzinstitut Abbey, das erst ab dem laufenden Quartal in den Bilanzen des Konzerns auftauchen wird, verbuchte einen Einbruch seines Handelsgewinns vor Steuern im Kerngeschäft um 20 Prozent. Abbey warnte zudem vor harten Zeiten auf der Einnahmenseite. „Das bestätigt unsere Skepsis in Bezug auf die Fähigkeit von Santander, schnell Geld mit Abbey zu verdienen“, sagte Analystin Sheila Garrard von Man Securities in London.Während die Rivalen deutliche Gewinnzuwächse erzielten, hat Großbritanniens größte Hypothekenbank angesichts steigender Zinsen und wachsenden Wettbewerbsdrucks Schwierigkeiten, ihr Privatkundengeschäft zu beleben. Für Kosteneinsparungen bei Abbey im ersten Jahr des Zusammenschlusses erhöhte Santander die Prognose um 75 auf 225 Millionen Euro.

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