Ex-Bundesbankchef
Was Axel Weber bei der UBS ändern will

Axel Weber wird bei der UBS einen Generationswechsel einleiten und möchte wichtige Positionen des Schweizer Geldhauses mit Bankern aus Deutschland besetzen. Was der ehemalige Chef der Bundesbank bei der UBS plant - und was die Schweizer zum Wechsel sagen.
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ZürichDie Mehrheit freut sich, eine Minderheit grämt sich, nur einer schweigt. So lassen sich die Reaktionen der Schweiz auf den überraschenden Wechsel von Axel Weber an die Spitze der UBS zusammenfassen. Es gibt kaum einen UBS-Mitarbeiter, der sich nicht über den Zugewinn an Kompetenz und Renommee freut. Kein Analyst, der den Personal-Coup nicht positiv für die Zukunft und damit für die Aktie der Bank bewertet.

„Das ist gut für die Bank“, sagte Teresa Nielsen, Analystin bei der Privtabank Vontobel, stellvertretend für ihre Gilde. Und selbst Notenbank-Chef Philipp Hildebrand konnte seine Freude kaum verbergen. Nachdem er wochenlang mit der UBS-Führung immer wieder die Klingen über die künftige Regulierung der Großbanken gekreuzt hatte, erinnert er nun an die „langjährige und sehr fruchtbare Zusammenarbeit“ mit Weber. Ein Freund und Gesinnungsgenosse wird zum Sparringspartner.

Sicher, es gibt auch Murren. Von den Schweizer Sozialdemokraten etwa, die sich am „geldpolitischen Hardliner“ aus Deutschland reiben. Oder von den üblichen deutschfeindlichen Kommentatoren im Internet, die sich an der deutschen Doppelspitze bei der UBS stören. Dabei ist gar nicht sicher, ob die deutsche Doppelspitze auch mit Doppelpässen harmonieren wird. Der andere Deutsche nämlich, UBS-Vorstandschef Oswald Grübel, schweigt beredt über die Verstärkung aus seiner Heimat. Und das aus gutem Grund.

Mit Weber bekommt der bisherige Alleinherrscher Grübel einen Verwaltungsratspräsidenten, der aus dem gleichen Holz geschnitzt ist wie er selbst: selbstbewusst, durchsetzungsstark und kompetent. Bislang war es dem UBS-Chef egal, dass der gelernte Politiker Kaspar Villiger „unter ihm“ Präsident des Verwaltungsrates war.

Grübel ist der starke Mann der UBS und hat zum Beispiel in dem Streit um höhere Kapitalanfordernungen für die Großbanken einen offenen Konfrontationskurs gegen die Notenbank und Finanzaufsicht gefahren. Mit Weber im Aufsichtsgremium, der in Regulierungsfragen bislang auf der harten Linie von Notenbank-Chef Hildebrand liegt, wird das künftig kaum noch möglich sein.

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  • ... daß die so einen wollen und nehmen... alles "Bilderberger"?

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