Ex-Bundesbankpräsident
Euro-Krise ist für Weber noch lange nicht vorbei

Der Auftritt von UBS-Chefaufseher Axel Weber in Frankfurt wurde mit Spannung erwartet. Über seine Schweizer Bank redet Weber weniger. Die Eurozone stand im Mittelpunkt – und der Ex-Bundesbanker malt ein düsteres Bild.
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FrankfurtDer Festsaal im Casino-Gebäude auf dem Campus-Westend der Goethe Universität Frankfurt war am Mittwochabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Studenten, Banker und Wissenschaftler erwarteten Klartext – und sie wurden nicht enttäuscht. Denn der frühere Bundesbank-Präsident Axel Weber skizzierte ein düsteres Bild für die Eurozone, optimistischer redete er dagegen über die Wachstumsdynamik in den USA und Asien.

„Die Risiken in der Eurozone sind nicht weg“, sagte Weber auf der Veranstaltung des „House of Finance“. Die Krise sei wie ein Chamäleon, das sich dauernd verändere, wobei dem früheren Stabilitätspolitiker derzeit die „Illusion“ Sorgen bereitet, man könne über eine lockere Geldpolitik und Inflation die Schuldenproblematik lösen.

Bedenken hegte er in der Eurozone vor allem hinsichtlich Griechenlands und auch für Frankreich. Für Hellas sei eine „weitere Umstrukturierung der Schulden unvermeidlich“, die Diskussion darüber werde aber erst nach der Bundestagswahl geführt werden. Der teilweise Forderungsverzicht des öffentlichen Sektors werde jedenfalls nicht der letzte Schritt gewesen sein.

Trotzdem gab sich Weber überzeugt, dass Griechenland „fester Bestandteil der Eurozone bleiben wird.“ Skeptisch zeigte er sich auch mit Blick auf die Reformanstrengungen in Frankreich. Das Land stehe seiner Meinung nach heute „auf halber Strecke zwischen den Kern- und den Peripherieländern der Eurozone.“ Dies sei keine gute Entwicklung.

Weber, der heute Verwaltungsratspräsident der schweizerischen Großbank UBS ist, mahnte auch eine weltweit einheitliche Regulierung der Banken an. Sein Haus habe sich als „early mover“ frühzeitig auf die höheren Kapitalanforderungen eingestellt, jetzt dürfe man deshalb nicht benachteiligt werden. Es müssten für alle Institute die gleichen Regeln gelten.

Den neuen antizyklischen Kapitalpuffer in der Schweiz für den inländischen Immobilienmarkt bezeichnete Weber als „durchaus richtigen Weg.“ Die UBS werde davon langfristig sicherlich profitieren. Der Schweizer Bundesrat hatte zuvor die Banken des Landes angewiesen, zusätzliches Kapital als Puffer gegen die Risiken des größten Immobilienbooms seit zwei Jahrzehnten vorzuhalten. Schweizer Banken müssen ab dem 30. September zusätzliche Eigenmittel in Höhe von einem Prozent ihrer risikogewichteten Wohnbauhypotheken halten, teilte der Bundesrat in Bern mit.

Um die neuen Anforderungen zu erfüllen, werden die Banken ihre Eigenmittel laut Nachrichtenagentur Bloomberg insgesamt um etwa drei Milliarden Franken aufstocken müssen. Man wolle frühzeitig einer Blasenbildung bei den Immobilien entgegenwirken, erklärte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.

Kommentare zu " Ex-Bundesbankpräsident: Euro-Krise ist für Weber noch lange nicht vorbei"

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  • Mir scheint das Entwicklungs-Vorbild für Deutschland, könnte das Mordkorea gewesen und immer noch sein? (Nordkorea ist so ähnlich wie die DDR einst)

  • Die Leineweber-rule wird nun in der Schweiz umgesetzt. Die Unterlegung risikobehafteter Anlagen mit Eigenkapital sollte allerdings alle Risiken abdecken. Die 1% in der Schweiz können nur der Anfang sein. Vgl. dazu google, Leineweber-rule. Auch andere Assetklassen und Derivate müssen einbezogen werden.

  • Die Eurokrise ist für Weber ..
    Der DAX könnte ..

    Was bedeuten solche Aussagen anderes als nichts genaues weiß man nicht? Dieses Waschweibergewäsch nennt sich dann auch noch Wirtschaftswissenschaften. Da kann man sich ja besser auf dem Jahrmarkt in die Glaskufel schauen lassen.
    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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