Ex-MLP-Tochter
Kein Bieter für Heidelberger Leben

Für den Spezialisten für Lebensversicherungen findet Lloyds weiterhin keinen Bieter. Heidelberger Leben wird auf 500 Millionen Euro geschätzt, diese Summe will offenbar kein Interessent aufbringen.
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FrankfurtFür die ehemalige MLP-Tochter Heidelberger Leben ist Investmentbankern zufolge kein Käufer in Sicht. Einige Bieter seien zwar an Teilen des Spezialisten für fondsgebundene Lebensversicherungen interessiert, aber niemand werde wohl für das ganze Unternehmen bieten, das die britische Bank Lloyds verkaufen will, sagten mehrere Banker am Montag.

„Das ist nicht unattraktiv, aber der Markt für bestehende Versicherungs-Portfolios ist klein, und Lloyds scheint nicht gewillt, einen großen Preisnachlass hinzunehmen“, sagte ein Londoner Investmentbanker. Llodys wollte sich dazu nicht äußern.

In Banken- und Branchenkreisen wird Heidelberger Leben auf einen Wert von einer Milliarde Euro geschätzt. Aber dass sich ein so hoher Preis erzielen lassen würde, hatten Banker schon früh bezeifelt. Nur ein aktiver Konkurrent könne bereit sein, so viel Geld für das Vertriebsnetz von Heidelberger Leben hinzulegen, Finanzinvestoren verlangten in der Regel 20 bis 50 Prozent Abschlag.

„Für die Allianz oder Ergo ist das zu klein, aber jeder deutsche Versicherer von Nummer drei bis fünfzehn hat sich das angeschaut - und bis jetzt hat keiner geboten“, sagt ein Banker. Die Nummer drei, Talanx, erklärte am Montag, kein Interesse zu haben.

Der Policenbestand von Heidelberger Leben wäre eher etwas für Spezialisten für die britische Resolution oder Swiss Re, sagen Banker. Aber ein Konsortium, in dem sich die unterschiedlichen Interessen verbinden ließen, habe sich nicht gebildet. „Wenn die Deutsche Bank, die so gut vernetzt ist, es nicht schafft, Heidelberger Leben zu verkaufen, spricht das für sich“, sagte ein Banker in Frankfurt. Die Deutsche Bank wollte nicht bestätigen, dass sie mit dem Verkauf beauftragt sei.

Die mangelnden Angebote könnten Lloyds unter Druck setzen, seine Preisvorstellungen zu reduzieren. „Wenn der geforderte Preis zu lange zu hoch bleibt, wird das Ding sauer wie Bier. Dann will es keiner mehr trinken“, warnt der Frankfurter Banker.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ex-MLP-Tochter: Kein Bieter für Heidelberger Leben"

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  • Kein Bieter? Vielleicht liegt´s ja an der "Qualität" des Produkts "Heidelberger Lebensversicherung"? Potentielle Käufer lassen sich wohl von zahlreichen Klagen ehemaliger Kunden der Heidelberger LV wegen überdurchschnittlich hoher Wertverluste abschrecken... (sh. http://meinelobby.blogspot.com/2010/12/mlp-und-heidelberger-leben.html). Wenn nach mehr als 8 Jahren Beitragszahlung der Fondswert dann rund 40% unter den eingezahlten Beiträgen liegt, darf man Verständnis für diejenigen aufbringen, die hierin pure Misswirtschaft und Abzocke sehen, zumahl MLP (auch diese LV) bevorzugt als endfällige Finanzierung für die Tilgung, z.B. von Immobilien, verkauft...

  • So etwas wie die Heidelberger Leben dürfte nicht nur schwer zu verkaufen sein, sondern hier hängt der Geruch der Verwesung dran. Insbesondere das Vertriebsmanagement sollte sich besser mit anderen Dingen beschäftigen als mit der Führung einer Verkaufsorganisation. Brettspiele wären das für die Herren wohl geeigneter

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