Ex-Morgan-Stanley-Manager
Notheis entschuldigt sich für "Mutti"-Mails

Bei den Verhandlungen um den umstrittenen EnBW-Deal bezeichnete der damalige Deutschland-Chef von Morgan Stanley in Mails unter anderem die Kanzlerin als "Mutti". Dafür entschuldigte er sich jetzt in einem Brief.
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Stuttgart/DüsseldorfDer Ex-Deutschland-Chef der Investmentbank Morgan Stanley, Dirk Notheis, hat sich in einem Brief für seinen flapsigen  Ton in internen E-Mails bei der Vorbereitung des umstrittenen EnBW-Deals förmlich entschuldigt. „Ich bitte Sie um Entschuldigung für die unangemessene und unprofessionelle Sprache, die ich persönlich in verschiedenen E-Mails im Zuge des EnBW-Beratungsmandats verwendet habe", schrieb Notheis in einem auf den 27. September 2012 datierten Brief an den Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses des baden-württembergischen Landtages zur Aufklärung der EnBW-Affäre, Ulrich Müller.

In dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, bittet er auch den gesamten Landtag, die Entschuldigung anzunehmen. Notheis hatte in den Mails unter anderem die Bundeskanzlerin Angela Merkel als „Mutti“ bezeichnet, die notfalls eine Treffen mit dem damaligen französischen Präsidenten Sarkozy arrangieren sollte.

Notheis beriet den damaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) beim Kauf der von der französischen EDF gehaltenen Beteiligung am Energiekonzern EnBW. Wegen der Umgehung des Parlaments hatte der Staatsgerichtshof den Aktienkauf im Nachhinein für verfassungswidrig erklärt. Aufgrund der Höhe des Kaufpreises von 4,7 Milliarden Euro hat das Land Baden-Württemberg vor einem internationalen Schiedsgericht auf Rückzahlung von 834 Millionen Euro geklagt.

Im Schreiben an den Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses erklärt der Investmentbanker zudem, dass er nicht ein weiteres Mal vor dem Untersuchungsausschuss aussagen werde und wegen der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch machen werde.

Notheis hatte, nachdem der Mailverkehr öffentlich wurde, seinen Posten als Deutschland-Chef von Morgan Stanley im Juli aufgegeben. Gegen ihn sowie zwei Ex-Kabinettsmitglieder wird wegen des Verdachts der Beihilfe zu Untreue und gegen Mappus wegen Untreue ermittelt.

Mappus will erneut vor dem Ausschuss sprechen. Unklar ist allerdings wann. Denn der Ausschuss möchte erst abwarten, was die Staatsanwaltschaft zum Stand ihrer Ermittlungen sagt. Nach der Sommerpause beginnt heute die nächste Sitzung des Untersuchungsausschusses in Stuttgart.

Kommentare zu " Ex-Morgan-Stanley-Manager: Notheis entschuldigt sich für "Mutti"-Mails "

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  • Für Nichtmütter ist "Mutti" offensichtlich ein Schimpfwort, die eine eindimensionale und eingeschränkte meist emotional bedingte Sicht- und Handlungsweise bezeichnen soll und überdies nerven viele "Mutti" auch noch gerne ! Aber ich denke, wäre Merkel eine echte Mutti wäre sie erstens niemals Bundeskanzler geworden und zweitens wären einige ihrer Entscheidungen sicherlich differenzierter bis anders ausgefallen. Ich finde es schon problematisch, wenn höchste politische Führungsämter im gehäuften Maße von kinderlosen Politikern ausgeführt werden. Aber das liegt ja hauptsächlich, wie so vieles auch, am Wahlbürger !

  • Dieser Mann hat einfach kein Benehmen!

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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