Ex-Notenbank-Chef
Liebscher will ÖVAG-Aufsichtsratchef werden

Der ehemalige österreichische Notenbank-Chef Klaus Liebscher hat einen neuen Job. Liebscher bestätigte entsprechende Berichte, wonach er Aufsichtsratsvorsitzender der Problembank ÖVAG werde.
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WienDer ehemalige österreichische Notenbank-Chef Klaus Liebscher steht vor dem Sprung an die Aufsichtsratsspitze der Problembank ÖVAG. „Der Finanzminister hat mich gefragt, ob ich den Job übernehme, und ich habe zugesagt“, sagte Liebscher zur „Wiener Zeitung“ (Mittwochausgabe). Liebscher ist bereits Aufsichtsratsmitglied der teilstaatlichen Bank.

Die Wahl zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden finde bei der nächsten Sitzung am 25. September statt, sagte eine Sprecherin der Bank. Der Chefsessel war frei geworden, nachdem der bisherige Aufsichtsratschef Hans Jörg Schelling diese Funktion als neuer Finanzminister des Landes niederlegen musste. Bei der notverstaatlichten Krisenbank Hypo Alpe Adria hatte Liebscher als Aufsichtsratschef vor einigen Monaten das Handtuch geworfen.

Die ÖVAG gehört zu 51,6 Prozent den Volksbanken. Die übrigen 43,3 Prozent hält der österreichische Staat. Das Institut hatte sich mit einer rasanten Expansion in Osteuropa verhoben und musste bisher mit Staatshilfen in der Höhe von 1,35 Milliarden Euro gestützt werden. Im Gegenzug dafür muss sie sich auf Druck der EU-Kommission von ihrer Rumänien-Tochter trennen. Der Rest des Osteuropa-Geschäfts wurde an die russische Sberbank verkauft. Die ÖVAG gehört zu den sechs österreichischen Banken, die von den europäischen Aufsichtsbehörden auf Herz und Nieren geprüft werden. Die Ratingagentur Fitch geht davon aus, dass die ÖVAG den Gesundheitscheck nicht bestehen wird und weitere Staatshilfen benötigt. Auch die österreichische Regierung schließt weitere Hilfen für die Bank nicht aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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