Expansion
HSBC Trinkaus lockt den Mittelstand

HSBC Trinkaus will mit neuen Filialen und Mitarbeitern zur führenden Bank des gehobenen Mittelstandes aufsteigen. Dafür planen die Düsseldorfer eine millionenschwere Kapitalerhöhung.
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DüsseldorfDie Privatbank HSBC Trinkaus will das Geschäft mit Firmenkunden massiv ausbauen und sich dafür frisches Geld besorgen. „Wir werden eine Kapitalerhöhung brauchen“, sagte HSBC-Trinkaus-Chef Andreas Schmitz am Mittwoch in Düsseldorf. Der Mehrheitseigner, die britische HSBC, stehe hinter den Plänen. Das Gesamtvolumen der Kapitalerhöhung soll „nennenswert“ ausfallen. Der Kapitalbedarf könne sich zwischen 750 Millionen Euro und einer Milliarde Euro bewegen. Gleichzeitig will Schmitz in den kommenden drei Jahren eine halbe Milliarde Euro investieren - in neue Standorte, den Ausbau der Infrastruktur und neue Mitarbeiter.

HSBC Trinkaus setzt sich damit von vielen anderen Instituten ab, die seit Jahren schrumpfen und Arbeitsplätze abbauen. Auch der britischen Mutterkonzern hat massiv Stellen gestrichen. In Deutschland sei dies aber kein Thema, betonte Schmitz. HSBC sehe die Bundesrepublik als Wachstumsmarkt. „Alle Geschäftsbereiche sind auf Wachstum programmiert.“

HSBC Trinkaus hatte bereits 2013 angekündigt, in Deutschland Marktführer im internationalen Geschäft mit Mittelständlern werden zu wollen. Durch das internationale Netz der Konzernmutter HSBC, die gut 80 Prozent an den Düsseldorfern hält, habe sein Geldhaus dabei einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Instituten, sagte Schmitz. Alleine in China verfüge HSBC über mehr als 160 Niederlassungen. Andere deutsche Geldhäuser könnten da nicht mithalten.

Die deutsche Tochter, die sich bisher vor allem auf Konzerne und große Mittelständler konzentriert, will nun auch mit Firmen ab einem Jahresumsatz von 35 Millionen Euro und internationaler Ausrichtung ins Geschäft kommen. „Da ist noch viel Honig zu holen“, sagte Schmitz. Dabei werde Trinkaus auch stärker ins Risiko gehen. Für den Ausbau der Geschäfte brauche es jedoch mehr Kapital. Die Planungen sähen eine zweistufige Kapitalerhöhung vor, sagte Schmitz. Eine Beteiligung solle allen Aktionären angeboten werden - zweiter Großaktionär neben der HSBC ist die LBBW mit 18,7 Prozent. Die erste Stufe könne möglicherweise schon 2014 angegangen werden. Beide Gesellschafter unterstützten die Strategie.

2014 werden die geplanten Investitionen aber erst mal auf die Erträge drücken. Das Vorsteuerergebnis werde in diesem Jahr wohl „um einen einstelligen Prozentsatz“ zurückgehen, kündigte Schmitz an. In den kommenden Jahren soll es dann aber aufwärts gehen, Schmitz peilt eine Verdoppelung des Vorsteuerergebnisses an.

2013 kletterte der Jahresüberschuss um 18 Prozent auf 155 Millionen Euro - ein „absolutes Rekordergebnis“ in der 228-jährigen Firmengeschichte, wie Schmitz sagte. Die Kreditoffensive sorgte jedoch bereits für einen Rückgang der Eigenkapitalquote auf 14,7 Prozent von 16,6 Prozent. 11,7 Prozentpunkte davon würden auf hartes Kernkapital entfallen, das bei Bedarf ohne jegliche Einschränkungen zum Ausgleich von Verlusten herangezogen werden kann.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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