EZB-Direktorin Lautenschläger
Deutsche Banken müssen sich gegen Nullzins wappnen

Nicht den Atem anhalten, sondern nach vorne preschen: EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger empfiehlt deutschen Banken, in der Niedrigzinsphase das eigene Geschäftsmodell zu überprüfen – und zu sparen.

BerlinDie deutschen Banken müssen sich nach Ansicht von EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger nachhaltig gegen niedrige Zinsen wappnen. „Diese Institute sollten nicht versuchen, einfach den Atem anzuhalten bis sie wieder aus der Niedrigzinsphase auftauchen können. Dabei könnte ihnen die Luft ausgehen“, warnte sie am Montagabend auf einer Veranstaltung der Bundesbank in Stuttgart. Kleine und mittelgroße Institute sollten ihre Geschäftsmodelle auf Effizienz überprüfen: „Auch in den Kleinigkeiten – und das lieber früher als später.“ Es liege nahe, neue Ertragsquellen zu erschließen, die weniger zinsabhängig seien – zum Beispiel das Provisionsgeschäft.

Auf der Kostenseite hätten die deutschen Institute Potenzial für Einsparungen. „Im europäischen Vergleich ist ihre Kosteneffizienz relativ gering. Hinter jedem Euro Ertrag stehen bei ihnen fast 70 Cent an Kosten – in anderen Ländern sind es nur 50 Cent“, sagte Lautenschläger. Allerdings verfügten gerade die deutschen Banken über einige Reserven. Ihre Kunden seien in der Regel solvent und liquide und die Quote notleidender Kredite entsprechend niedrig. „Als Aufseherin bin ich daher nicht unmittelbar beunruhigt“, fügte Lautenschläger hinzu, die vor ihrem Wechsel zur Europäischen Zentralbank (EZB) Vizechefin der deutschen Notenbank war.

Jüngst hatte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret das Jahr 2016 als Herausforderung für die hiesigen Finanzinstitute bezeichnet. Um ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken, müssten die Banken ausreichende und nachhaltige Erträge erzielen. Tatsächlich sei die Gewinnsituation jedoch nicht bei allen Geldhäusern zufriedenstellend.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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