EZB-Fitness-Check: Rothschild rechnet mit Bankfusionen

EZB-Fitness-Check
Rothschild rechnet mit Bankfusionen

Kommt nach dem Banken-Stresstest die Fusionswelle? Die Gewinne vieler europäischer Banken seien im internationalen Vergleich zu gering, sagt Rothschild-Deutschland-Chef Reitz – Fusionen wären die Folge.
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FrankfurtDie Investmentbank Rothschild erwartet nach dem Banken-Stresstest in Europa eine Fusionswelle in der Finanzbranche. Nach dem Gesundheits-Check durch die Europäische Zentralbank Ende dieses Jahres seien viele Unsicherheiten beseitigt, sagte Deutschland-Chef Martin Reitz am Montagabend. „Startschuss ist der Abschluss des Tests: Es ist offenkundig, dass dann was passieren wird.“ Die Gewinne vieler europäischer Banken seien im internationalen Vergleich zu gering. „Daher besteht dann die Chance, Banken zu schaffen, die weltweit auf Augenhöhe agieren können“, betonte der Investmentbanker, dessen Haus viele Institute berät.

Größeren Widerstand von Finanzaufsicht und Politik erwartet Reitz nicht. „Diese würden das positiv begleiten - da bin ich sicher.“ Einige seiner Kollegen sind da skeptischer: Sie rechnen damit, dass die Aufseher in den nächsten Jahren als Lehre aus der Finanzkrise keine großen Bank-Übernahmen genehmigen werden.

Die Größe und Vernetztheit eines Geldhauses gelten als wesentliche Faktoren für dessen Gefahren für die Finanzbranche. Weltweit haben sich die Regierungen daher auf die Fahnen geschrieben, die Institute zu einer Schrumpfkur zu verdonnern - mit Erfolg: In den vergangenen Jahren verkauften die Banken Hunderte Milliarden an Vermögenswerten oder bauten sie anderweitig ab.

Reitz gibt sich aber überzeugt, dass die Aufseher grünes Licht geben, wenn durch eine Fusion ein besseres Geschäftsmodell entstehe. Dabei sei es auch hilfreich, dass die EZB ab Jahresende als einheitliche Aufsicht für die Branche in Europa zuständig sei. „Die EZB hat eine paneuropäische Sicht des Marktes, was grenzüberschreitenden Transaktionen eher helfen wird“, sagte der Banker. Er rechnet damit, dass die Übernahmen überwiegend in Aktien bezahlt werden, womit Banken mit einem hohen Börsenwert im Vorteil wären.

Die Deutsche Bank, die nach Marktkapitalisierung zuletzt nicht zu den 30 größten Instituten der Welt gehörte, setzt ebenfalls auf eine Fusionswelle nach dem Stresstest. Dabei will das größte deutsche Geldhaus kräftig mitmischen, wie Co-Chef Anshu Jain neulich auf einer Konferenz deutlich gemacht hat. Die teilverstaatlichte Commerzbank dagegen gilt unter Experten eher als mögliches Übernahmeziel. Immer wieder wird über potenzielle Interessenten spekuliert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Skepsis ist gut, nur Wissen ist besser und Rothschild weiss! Schliesslich dirigiert Rothschild mit seinem Clan etwa 70% des Weltvermoegens und nahezu 100% des Dollarbestandes!

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