EZB-Kredit für Banken
Draghis Billionengeschütz verpufft

Mit einer Billion Euro wollte EZB-Präsident Draghi Europas Banken helfen. Nach drei Monaten ist die Wirkung verpufft, die Euro-Krise und neue Aufsichtsregeln lassen den Banken kaum Luft zum Atmen.
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FrankfurtDicke Bertha hat der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, seinen eine Billion Euro großen EZB-Kredit für die Banken genannt - in Anlehnung an eine deutsche Riesenkanone aus dem Ersten Weltkrieg. Doch die Wirkung von Draghis Geschütz ist angesichts der hartnäckigen Staatsschuldenkrise nach drei Monaten längst verpufft.

Europas Banken konnten sich im zweiten Quartal dieses Jahres am Kapitalmarkt kaum noch Geld ohne Sicherheiten leihen. Während sie sich im ersten Quartal verteilt über alle Währungen 109,8 Milliarden Euro holen konnten, waren es im zweiten Quartal gerade einmal 26,2 Milliarden Euro. Früher machten unbesicherte Anleihen im Durchschnitt die Hälfte der Fremdkapital-Finanzierung aus. In der zweiten Jahreshälfte 2011 waren es laut einer Studie von DB Research nur noch 38 Prozent.

Vorläufig hilft es den Instituten, dass viele ihren Jahresfinanzbedarf dank des EZB-Kredits schon im ersten Quartal gesichert haben. Eine Dauerlösung ist das nicht. Denn eine mögliche Folge der teureren Kapitalmarktfinanzierung könnte laut DB Research sein, dass Banken Aktiva abbauen, sprich: mit Krediten knausern.

Die Aussichten sind trübe. "Ich erwarte nicht, dass sich das Umfeld für Bank-Anleihen kurzfristig verbessert", sagt Philipp Lingnau, der für das Kapitalmarktgeschäft zuständige Vorstand bei Morgan Stanley in Deutschland. Die Analysten von DB Research prophezeien, dass die Finanzierung von Banken über den Kapitalmarkt "dauerhaft teurer" werden wird.

"Was unbesicherte Bankanleihen derzeit generell so unattraktiv macht, ist deren starke Schwankungsanfälligkeit", sagt Oliver Piquardt, Spezialist für Bankanleihen bei der DZ Bank. Denn immer wenn Risikoaufschläge insgesamt steigen, dann steigen die der Bankanleihen besonders stark. Piquardt beobachtet eine Zweiteilung im Markt. "Es gibt Länder und einzelne Banken, die man einfach nicht kaufen will", sagt er.

Das trifft vor allem die Banken aus Krisenländern wie Spanien, Portugal oder Italien. "Natürlich gibt es noch immer Probleme mit der Kapitalmarktfinanzierung", sagt Giovanni Sabatini, Generaldirektor des italienischen Bankenverbands ABI. "Doch das liegt an der politischen Krise in Europa, nicht an der Lage der italienischen Banken selbst", sagte er dem Handelsblatt.

Neue Regeln für Bankanleihen schüren die Unsicherheit zusätzlich. Denn die EU-Kommission will Anleihebesitzer stärker als bisher zur Kasse bitten, wenn eine Bank in Schieflage gerät. Aber viele Details der Regeln, die ab 2018 gelten sollen, sind noch offen. "Solange Investoren nicht wissen, wie riskant eine Anleihe ist, dann kaufen sie sie nicht", sagt ein Topbanker.

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Banken spekulieren auf Bertha 2.0

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  • Wir haben den Fehler korrigiert. Vielen Dank für den Hinweis.

    - Die Redaktion

  • Immer diese Beschwerden. Das HB hat lediglich dazugelernt und festgestellt, dass der gleiche Artikel eventuell bereits in 4 Wochen neu veröffentlicht werden muss. Der Umformulierungsbedarf ist dann klitzeklein. Statt "einer Billionen" heißt es dann "zwei Billionen".

    Wir sollten diese Vermischung von Singular und Plural also eher als Blick in die Kristallkugel betrachten.

  • Isch sach euch:

    die Klauns von die Hetchfongs haben die Kriese veruhrsacht !!!!!

    (Übrigens alles Originale aus den Blogs)

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