EZB-Tender: Banken ordern mehr Geld als erwartet

EZB-Tender
Banken ordern mehr Geld als erwartet

Die Banken haben beim regulären Wochentender am Dienstag bei der EZB kräftig zugelangt. Händler zeigen sich überrascht. Beim für kommende Woche geplanten zweiten Dreijahrestender dürften sie erneut in die Vollen gehen.
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FrankfurtDie Banken haben am Dienstag bei der EZB mehr Geld geordert als erwartet. Wie aus den Daten der Notenbank hervorgeht riefen beim regulären Wochentender 169 Banken insgesamt 166,5 Milliarden Euro ab. Geldhändler hatten nach einer Reuters-Umfrage vom Vortag im Schnitt mit einem Volumen von 135 Milliarden Euro gerechnet. Fällig wurden 143 Milliarden Euro. „Diese gewaltige Nachfrage ist nicht wirklich nachvollziehbar“, sagte ein Händler. „Schließlich liegen fast 500 Milliarden Euro in der Einlagefazilität und man sollte meinen, die Banken schwimmen schon im Geld.“

Mit Spannung wird am Geldmarkt der zweite Drei-Jahres-Tender in der nächsten Woche erwartet. Laut Reuters-Umfragen rechnen Geldhändler im Schnitt mit einem ähnlichen Zuteilungsvolumen wie beim ersten Drei-Jahres-Tender. Vor Weihnachten hatte sich die Banken bei der EZB insgesamt fast 500 Milliarden Euro besorgt.

Für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sind staatliche Bankenhilfen ein Reizthema. Das gilt auch für die Hilfe der EZB für die Geldhäuser Europas über günstige Dreijahreskredite. "Wir machen dann mit, wenn es für uns ökonomisch sinnvoll ist. Aber eines ist klar: Wir brauchen es nicht", hatte Ackermann auf der Bilanz-Pressekonferenz gesagt. Und beim ersten Tendergeschäft dieser Art habe man "nicht mitgewirkt".

Was der Deutsche-Bank-Chef Ackermann nicht sagte - und wohl auch nicht wusste: Die Postbank war als Tochter der Deutschen Bank weniger zurückhaltend.

Die Postbank besorgte sich nach Angaben aus Finanzkreisen rund 300 Millionen Euro über ihre Bausparkasse BHW. Damit hat das Topinstitut indirekt doch ein wenig profitieren können von der Liquiditätsspritze der Zentralbank. Ein Sprecher der Postbank wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Ähnlich wie die BHW hatten im vergangenen Dezember gut 500 europäische Finanzhäuser beherzt zugegriffen. Auch die Commerzbank-Tochter Eurohypo hat sich dem Vernehmen nach Geld von der EZB geliehen. Mit einem überschaubaren Betrag sei auch die IKB dabei gewesen, ist aus Finanzkreisen zu hören. Beide Banken wollten sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

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  • Das stinkt wieder zum Himmel...

    Too big Too fail war das Ende des Kapitalismus, das Prinzip das derjenige der scheitert vom Markt verschwinden muss wurde außer Kraft gesetzt.

    Heute machen es die "white shoe boys" der City und Wall Street untereinander aus und sagen wie die Regeln sind und ALLE folgen sonst gibt es kein Geld mehr. Die Strategie ist immer die Gleiche und unverändert seit September 2008: Gibt uns mehr Geld, Garantie usw, sonst drücken wir auf den Knopf (Liquidierung der Derivatenblase und des Schattenbankenmarkt) und wenn WIR untergehen, geht IHR alle unter...


    Willkommen in der Bankendiktatur aka Finanzoligarchie des New World Order!


    Die einen erzeugen und leihen wertloses Papier zu 0% an ihre Kumpels weiter, die dann Aktivas und Ressourcen schröpfen und saugen so viel Sie können bis das ganze Schneeballsystem zugrunde geht.

  • Über den Daumen gerechnet pro eingetragenem BankJongleur der betuchten Art jeweils ein Milliarde €uro, Rechtfertigung à la Merkel: systemrelevant, weil alternativlos, so als ob das alles NICHTS wäre. Rückzahlung, nach hinten offen.

    Da hätte die fdp nunmehr ein ungebremstes Wirkungsfeld, schätze jedoch, die werden keineswegs daran beteiligen wollen. Bei der jetzigen Gemengenlage, warum eigentlich nicht?

  • @Stubi
    Ich gehe davon aus, dass die EZB diese Anleihen dann zum Nominalwert im Tausch gegen frisches Geld in ihre Bilanz nimmt.

    Damit wird der monetäre Kreis teil-kurzgeschlossen und alles ist wieder schön im Fluss. Zwar nicht ganz dahin, wo es hinfließen sollte, aber Schwamm drüber...

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