Fahrzeughersteller Fuso
Daimler-Tochter will Absatz verdoppeln

Bis Anfang 2015 will die Daimler-Tochter Fuso deutlich mehr Fahrzeuge verkaufen und neue Märkte erschließen. Das Unternehmen will ein „profitabler Global Player“ werden.
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StuttgartDer japanische Nutzfahrzeughersteller Fuso will seinen Absatz kräftig ausbauen und dazu auch neue Märkte in Südamerika, Südasien und Afrika erschließen. Bis Anfang 2015 sollen die Verkaufszahlen der Daimler-Tochter außerhalb des stagnierenden japanischen Markts auf mehr als 200.000 Fahrzeuge jährlich beinahe verdoppelt werden, wie Fuso-Chef Albert Kirchmann in Ludwigsburg sagte.

2010 lieferte Fuso außerhalb Japans knapp 116.000 Fahrzeuge aus, dazu kamen innerhalb Japans weitere 25.000 Lkw und Busse. Fuso - zu rund 90 Prozent im Besitz von Daimler - solle bis 2015 zu einem „profitablen Global Player“ im Nutzfahrzeuggeschäft werden, sagte Kirchmann. Der japanische Nutzfahrzeugmarkt schrumpft seit Jahren, daher ist Fuso gezwungen, neue Märkte zu erschließen.

Nach einem drastischen Stellenabbau zur Kostensenkung in den vergangenen Jahren hatte die lange Verluste schreibende Daimler-Tochter im Frühjahr im Zuge des Erdbebens in Japan mit einem mehrwöchigen Produktionsstillstand zu kämpfen. Inzwischen sei wieder ein Aufwärtstrend bei den Verkaufszahlen zu erkennen, sagte Kirchmann. „Im laufenden Jahr deutet alles darauf hin, dass Fuso am Ende dieses Jahres die Absatzzahlen von 2010 übertrifft“, sagte der Manager.

Im zurückliegenden Jahr hatte das 1932 gegründete Unternehmen, an dem der Mitsubishi-Konzern noch mit knapp elf Prozent beteiligt ist, weltweit gut 141.000 Lkw und Busse ausgeliefert. „Das absolute Tief auf dem japanischen Markt ist erreicht“, sagte Kirchmann. Die Nachfrage werde dort in den kommenden Jahren aber nur „moderat“ zulegen. Als attraktive neue Absatzmärkte hat Fuso Südafrika und Indonesien ausgemacht, 2012 sollen zudem die ersten Lkw nach Marokko geliefert werden.

Leichte Lkw von Fuso für den Verteilerverkehr könnten in der Zukunft auch in Brasilien verkauft werden, sagte Kirchmann. Die dortige Regierung koppele den Verkauf aber an die Forderung, dass 60 Prozent der Teile aus Brasilien stammen müssten. „Wir arbeiten daran“, sagte der Manager. Dabei könne Fuso auch auf die Konzernschwester Mercedes-Benz Lkw zurückgreifen. Fuso hat sich auf die Entwicklung von Hybrid-Antrieben spezialisiert, liefert aber bisher nur wenige hundert dieser verbrauchsärmeren Laster im Jahr aus.

Ein Schwer-Lkw mit Hybrid-Antrieb ist in der Entwicklung. In den kommenden Jahren soll Fuso noch stärker in das weltweite Produktionssystem von Daimler Trucks eingebunden werden und den weltgrößten Nutzfahrzeugbauer auch beim Markteintritt in Indien und China unterstützen. Zu Daimler Trucks gehören zudem die US-Lkw-Hersteller Freightliner und Western Star. 2013 will Daimler Trucks weltweit 500.000 Fahrzeuge absetzen, 2010 waren es rund 355.000.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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