Falsche Riester-Verträge
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ergo-Manager

Es gibt neuen Ärger für die Ergo: Interne Dokumente legen mehr als 3500 Betrugsfälle bei Riester-Verträgen nahe. Die Versicherung verschleppte die Aufklärung jahrelang.
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DüsseldorfDie fehlerhaften Abrechnungen von Riester-Verträgen der Ergo-Versicherung könnten zu strafrechtlichen Konsequenzen führen. Nach Informationen des Handelsblatts ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen vier ehemalige und aktive Führungskräfte der Ergo wegen des Verdachts auf Betrugs nach Paragraph 263 des Strafgesetzbuches. Gegen sieben weitere Manager wird wegen Beihilfe zum Betrug ermittelt. Unter ihnen: Ludger Griese, bis vor wenigen Tagen Vorstand der Ergo Lebensversicherung AG. Interne Dokumente der Ergo zeigen, dass Griese seit November 2005 von den fehlerhaften Abrechnungen Kenntnis hatte.

Die Versicherung gab auf Anfrage an, es gebe keinen Zusammenhang zwischen den Ermittlungen und der abrupten Trennung von Griese. Griese selbst reagierte nicht auf Anfragen. Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers wollte keine Angaben zum Stand des Verfahrens machen und bestätigte lediglich, dass die Ermittlungen andauern.

Anstoß für die Ermittlungen sind tausende von fehlerhaften Abrechnungen von Riester-Verträgen aus den Jahren 2005 und 2006. Die Kunden wurden laut Ergo aus Versehen, durch einen Druckfehler, zu falschen Kosten abgerechnet. Sie seien irrtümlich besser gestellt worden als geplant. Fakt ist: Die Kunden zahlten 25 Prozent mehr als vertraglich vereinbart. Insgesamt ging es um rund eine Million Euro.

Als ein Kunde den Fehler im Oktober 2005 bemerkte, zog die Versicherung daraus sechs Jahre lang keine Konsequenzen. Der eine Kunde wurde zwar entschädigt, die anderen aber nicht. Interner Mail-Verkehr zeigt den Grund. „Ich persönlich habe den Eindruck, dass man auch gar nicht so genau alle Fälle wissen will, da eine Korrektur nur händisch mit erheblichem Aufwand möglich ist, “ schrieb ein Abteilungsleiter, der im Zuge der Aufklärungsarbeit um Stellungnahme gebeten wurde. Er sprach von den „üblichen Begleiterscheinungen“ einer Tarifumstellung.

Erst nach Bekanntwerden 2011 wurden unter öffentlichem Druck alle 12.000 Kunden entschädigt. Bei rund einem Viertel von ihnen reicht dies aber möglicherweise nicht aus. Sie stornierten ihre Verträge oder wechselten zu seiner anderen Versicherung. Dadurch kam es zu niedrigeren Rückkaufs- oder Übertragungswerten, als vertraglich vereinbart. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hegt deshalb in 3552 Fällen den Verdacht eines „vollendeten Betruges“. Betrug kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

Ergo hält die Mitarbeiter für unschuldig. „Einem Betrugsvorwurf treten wir entschieden entgegen. Ein strafrechtlich relevantes Handeln der beschuldigten Personen sehe ich nicht“, sagte Johannes Lörper, Mitglied des Vorstands der Ergo Lebensversicherung AG, dem Handelsblatt. „Aber selbstkritisch müssen wir sagen: Schon als der Fehler im Herbst 2005 bekannt wurde, hätten wir reagieren müssen.“

Laut Ergo sind fünf der betroffenen Manager sind noch heute bei der Versicherung tätig, einer von ihnen in einer höheren Position als vor der Riester-Affäre.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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  • Es ist schon arg auffällig,dass da irgendwas zwischen dem Handelsblatt und der Ergo läuft.Wenn sich die Strippenzieher bekriegen (CLEMENS VEDDER vs ERGO),dann mutiert plötzlich diese Zeitschrift zur Marionette!Die Handlanger vom Handelsblatt können einem nur Leid tun.

  • So langsam offenbart sich das ganze Ausmaß dieser Sumpf- und Müll-Versicherung... Die BaFiN möchte doch mal den Laden komplett zezieren... oder haben die Jungs Angst vor einem unbewältigbaren Berg bislang unbekannten Ausmaßes?
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    Wo der Dreck schon bis zur Oberfläche steigt, liegt das Chaos oft im Inneren. T.O. wollen Sie nicht mehr bieten gegen einen etwaigen Strafbonus? (Sie würden so der Branche und vor allem den geschundenen Verbrauchern einen Bärendienst erweisen...)
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    Zur PRO-Schine, bleibt nur festzustellen, dass die HMi-Brüder genauso wie die DVAG-JÜnger nie anderst in Erscheinung getreten sind. Man beachte4 die hohe Anzahl an Privat-Insolvenzen bei diesen Vertriebschaoten... die am Markt mehr Schaden anrichten als mit Versicherungspolicen zu verhindern!
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    Und dann bitte gleich mal beim Deutschen Herold vorbeischauen und die Abrechnungen nach Storno speziell bei Fondspolicen azf rechtliche Haltbarkeit prüfen - Danke!

  • Ich muss mich auch hier wieder erinnern wie mir ein Bekannter (aus dem Nähkästchen plaudernd)berichtete: "welch' tolle Tipps er von seinem Humbug-Mülleimer-Vertreter bekäme um seinen Wohngebäudeschaden (Sturm) zu "OPTIMIEREN". Ähem... man will den Namen Betroffener nicht nennen aber er kommt aus dem schwäbisch/bayerischen Raum...

    Einzelfall?

    Der Kunde hat den Tipp-Geber übrigens angeblich mit der Regulierungssumme auch berücksichtigt...
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    Einzelfall? - Oder systemischer Problemsumpf?
    Bei Humbug-Müllheimer?
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    Nicht nur dass der Wettbewer so nachhaltig behidnert wird, nein es wird dem Betrug auf Kosten der ehrlichen Kunden Tür und Tor geöffnet und die ehrlichen sind die Dummen... so wie auch der Prämienanteil, der für PuFF-Incentives auf dem Balkan im wörtlichen Sinne "verschossen" wird...
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    Berufsbetroffener
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    Anm: Nur soviel um das Abwälzen der ERGO-Jünger auf die pöse PRO-Vertriebsschiene ins rechte Licht zu rücken!

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