Falsche Signale: Deutsche Bank hält an Stellenabbau fest

Falsche Signale
Deutsche Bank hält an Stellenabbau fest

Die Deutsche Bank hält unverändert an ihren Plänen zum Abbau von weltweit 6400 Stellen fest und will entgegen Medienberichten keine Korrekturen an den Plänen vornehmen. Auch die im Inland zu streichenden Stellen stehen nicht zur Disposition. Aussagen von Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter in einer TV-Sendung waren als Signale zur Gesprächsbereitschaft gedeutet worden.

HB FRANKFURT. In den geplanten Gesprächen mit dem Gesamtbetriebsrat über die Kürzungspläne steht nach Angaben eines Bank-Sprechers auch die Zahl von 1920 zu streichenden Stellen im Inland nicht zur Disposition. „Die Position der Deutschen Bank bleibt unverändert. Wie im Dezember angekündigt, plant die Bank, die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland um 1920 zu verringern“, sagte der Sprecher am Freitag in Frankfurt. Mit den Betriebsräten sollten allerdings einvernehmliche Lösungen gefunden werden, um den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Der Sprecher trat damit Medienberichten vom Freitag entgegen, wonach die Deutsche Bank bereit sei, noch einmal über die Höhe des Stellenabbaus zu beraten.

Zuvor hatte die Financial Times Deutschland (FTD, Freitagausgabe) von einem Spitzengespräch von Vorstandssprecher Josef Ackermann mit dem Betriebsrat berichtet, in dem es um eine Korrektur der Streichpläne gehen solle. Auch Aussagen von Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter in einer TV-Sendung waren als Signale zur Gesprächsbereitschaft gedeutet worden.

Pläne bereits seit Dezember bekannt

Der Bankkonzern hatte vergangene Woche trotz einer Gewinnsteigerung um mehr als 80 Prozent im vorigen Jahr den Abbau von weltweit zusätzlich 6400 Stellen angekündigt und damit eine öffentliche Protestwelle bei Politik und Gewerkschaften ausgelöst. Die Pläne im Inland sind bereits seit Dezember bekannt, aber erst im Zuge der aktuellen Auseinandersetzung in die Kritik geraten. Im Ausland sollen in Niedriglohnländern 1200 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Ackermann hatte am Donnerstag in einem Brief an die Mitarbeiter die massive öffentliche Kritik am Arbeitsplatzabbau zurückgewiesen und die Notwendigkeit des Stellenabbaus in der angekündigten Höhe bekräftigt. Im Gegenzug forderte der Betriebsrat die Verantwortlichen des größten deutschen Kreditinstituts auf, das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent nicht zum Dogma zu machen.

Ackermann hält die 25 Prozent-Marke für notwendig, damit die Deutsche Bank international wettbewerbsfähig bleiben kann und will deshalb mit dem Stellenabbau nochmals 1,1 Milliarden Euro sparen. Die Deutsche Bank hatte 2004 mit gut 2,5 Milliarden Euro Konzerngewinn das beste Ergebnis seit dem Jahr 2000 erzielt. Seit Amtsantritt Ackermanns vor knapp drei Jahren hat der Bankkonzern bereits rund 20 000 von damals noch 85 000 Vollzeit-Arbeitsplätzen gestrichen.

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