Fannie Mae und Freddie Mac
USA erwägen Ausstieg aus Hypothekenhäusern

Vor über vier Jahren ist hat die US-Regierung die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verstaatlicht. Nun haben sich die Häuser in die Gewinnzone zurückgekämpft – und wird über einen Ausstieg nachgedacht.
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WashingtonMehr als vier Jahre nach der Verstaatlichung der beiden Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac hat die US-Regierung erstmals ein Ausstiegsszenario skizziert. Nach den Vorstellungen der für den Häusermarkt zuständigen Behörde FHFA sollen die beiden Institute in diesem Jahr ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das sich auf die Verbriefung von grundsoliden Hypotheken spezialisiert.

Die neue Einheit soll dann voraussichtlich 2014 mit einer eigenen Infrastruktur und Mannschaft an den Start gehen und das gesunde Kerngeschäft von Fannie und Freddie bündeln. Im besten Falle könnte die Plattform am Ende privatisiert werden - und die beiden ursprünglichen Institute, die ihre illiquiden Restbestände ohnehin abschmelzen sollen, würden ohne großen Schaden für den Markt abgewickelt und wären Geschichte. Der Steuerzahler könnte aufatmen.

Auch ein Andocken der neuen Plattform an eine Regierungseinrichtung wäre denkbar, wie der amtierende FHFA-Direktor Edward DeMarco in der Nacht zum Dienstag in Washington erläuterte. "Was wir anstreben ist, etwas Werthaltiges zu schaffen, das entweder verkauft oder von der Politik als Fundament für den Hypothekenmarkt der Zukunft genutzt werden kann", erklärte er. "Wir sind dabei, die überholten Systeme von Fannie und Freddie zu ersetzen."

Die beiden Immobilienfinanzierer mussten 2008 von der Regierung aufgefangen werden, weil sie nach dem Crash auf dem amerikanischen Häusermarkt auf einem großen Berg fauler Kredite saßen und die Verluste alleine nicht mehr schultern konnten. Die Regierung pumpte seither fast 200 Milliarden Dollar in die Institute, um sie am Leben zu halten.

Fannie und Freddie sind extrem wichtig für den US-Häusermarkt: Sie vergeben selbst zwar keine Hypotheken. Aber sie stellen anderen Banken Liquidität zur Verfügung, indem sie ihnen Häuserkredite abkaufen und in den meisten Fällen zu Wertpapieren verbriefen und an Investoren weiterreichen. Sie sind quasi ein Durchlauferhitzer für den Markt - eine Funktion, die das neue Gemeinschaftsunternehmen nun übernehmen soll, zumal die alten Namen seit der Finanzkrise ohnehin negativ besetzt sind.

Fannie und Freddie haben sich inzwischen zwar mühsam in die Gewinnzone zurückgekämpft, denn der US-Immobilienmarkt hat sich spürbar erholt. Doch in der Politik mehren sich die Stimmen derer, die einen klaren Schnitt wollen. Bislang mangelte es an Alternativen zu den beiden Instituten.

Mit dem Plan der FHFA wäre ein wichtiger Zwischenschritt getan und die endgültige Entscheidung bliebe in den Händen des Kongresses. Ein Problem bestünde allerdings weiterhin: Für den risikobehafteten Teil der Wertpapier-Bestände von Fannie und Freddie - also den Teil, der nicht an die neue Einheit geht - gibt es weiterhin nur wenige Käufer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Fannie Mae und Freddie Mac: USA erwägen Ausstieg aus Hypothekenhäusern"

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  • Die Gewinnzone ist die Gleiche wie vorher, ausserdem wachsen den USA noch weitere, ebenso grosse Blasen unter den Füssen. Jede Einzelne dazu in der Lage 2008/9 zu wiederholen.

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