Fast kein Gewinn
Deutsche Bank wird mächtig durchgerüttelt

Das größte deutsche Geldhaus leidet unter juristischen Auseinandersetzungen. Der Gewinn purzelt, der wichtige Handel mit Anleihen implodiert. Am längeren Vertrag für Co-Chef Jürgen Fitschen ändert das nichts.
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FrankfurtDie Deutsche Bank hat von Juli bis September einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 51 Millionen Euro erzielt. Das sind 93 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Hauptgründe: Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und schwaches Geschäft im Anleihehandel. An der Börse herrschte Ernüchterung. Die Titel des deutschen Bankenprimus fielen im Tagesverlauf am Dax-Ende um 2,37 Prozent auf 35,05 Euro.

Am Dienstagmittag gab das Geldhaus die Vertragsverlängerung für den Co-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen bekannt. Der Aufsichtsrat verlängerte wie erwartet Fitschens Vertrag um zwei Jahre bis März 2017. Die Doppelspitze mit Anshu Jain hat damit weiter bestand. „Wir wissen unser Haus bei ihnen in guten Händen“, sagte Aufsichtsratschef Paul Achtleitner.

Überraschender als die Vertragsverlängerung waren jedoch die Zahlen: Insgesamt 1,2 Milliarden Euro stellte die Bank für juristische Auseinandersetzungen zurück. Mehrere hundert Millionen legte das Institut wegen Verfahren rund um US-Immobilienpapiere bei Seite. Damit beläuft sich die Vorsorge jetzt insgesamt auf über vier Milliarden Euro. Unter anderem steht zudem noch eine Strafzahlung im Verfahren um den manipulierten Zinssatz Libor aus. Auch die Auseinandersetzung mit den Erben des Kirch-Medienimperiums ist noch nicht endgültig beigelegt.

Quartalszahlen

Ergebnisse der Deutschen Bank (nach Steuern)

in Milliarden Euro


Zum Thema Libor erklärte der Vorstand im Zwischenbericht: „Die laufenden Untersuchungen könnten die Verhängung hoher Geldstrafen und andere Auswirkungen für die Bank nach sich ziehen.“ Die Bank sei sich bewusst, dass die zähen Verfahren „Investoren frustrieren“, sagte Finanzvorstand Stefan Krause während einer Telefonkonferenz. Die Bank setze aber alles daran, möglichst rasch Klarheit zu schaffen.

„Im dritten Quartal standen wir vor mehreren Herausforderungen“, zitiert die Bank die Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen in einer Mitteilung. „Wir haben substanzielle Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten verbucht und verzeichneten geringere Gewinne im Investmentbanking.“ Die Erträge gingen im Sommer auch wegen des beschleunigten Abbaus von Risikopositionen um zehn Prozent auf 7,75 Milliarden Euro zurück. Vor Steuern stand noch ein Gewinn von 18 Millionen Euro, 98 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. Damit verfehlte der deutsche Branchenprimus die Erwartungen von Analysten.

Auch die Kapitalausstattung der Bank geriet unter Druck. Bei einer vollständigen Umsetzung der so genannten Basel-III-Richtlinien liegt die Kapitalquote der Bank nach eigenen Angaben jetzt bei 9,7 Prozent, im zweiten Quartal waren es noch 10,0 Prozent. „Wir bleiben unserem Ziel einer Eigenkapitalquote von zehn Prozent bis 2015 verpflichtet, aber wir erwarten auf dem Weg dahin einige Schwankungen“, sagte Krause.

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Investmentbanking darbt, Postbank mit Ertragsrückgang

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  • Wie kommt es nur, das ich den verdacht habe, das die ganz viel Gewinn in der Karibik gemacht haben...

  • Es ist an der Zeit, die für die rasant gestiegenen "Rechtsrisiken" der Bank Zuständigen zur Verantwortung zu ziehen. Auch wenn nicht jeder Prozess zu einer Verurteilung führen dürfte, der bereits erlittene Reputations-und Vertrauensschaden ist enorm. Wieso sind eigentlich die Verantwortlichen, die diese teilweise mehr als dubiosen Geschäfte eingegangen sind, immer noch auf z.T. höchster Ebene tätig? Ein echter Kulturwandel ist nur mit neuem Personal glaubwürdig!

  • Die Überschrift ist lächerlich!

    Verlogene Plünderer werden sich gegenseitig niemals etwas antun! Und da unser Justiz, Anwälte ebenfalls die Mitte plündern, Claqueure der Reichen sind, wird der DB auch nichts weiter passieren.

    Worauf sollen solche Schlagzeilen denn abzielen?? Auf eine erneute Plünderung der Sparguthaben, weil die Eliten mit der Oberschicht, dem ÖD die Masse, die Renten, Sozialleistungen schlechthin bereits geplündert haben?! Will man die absolute Armut und damit wieder mittelalterliche Verhältnisse schaffen?!

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