Faule Wertpapiere
Citigroup zahlt Milliarden für Straffreiheit

Im Streit um riskante Hypothekenpapiere war die Citigroup mit einem Angebot von 363 Millionen Dollar in die Verhandlungen gegangen. Doch die Einigung mit dem US-Justizministerium kommt die Bank weitaus teurer zu stehen.
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New YorkDie Citigroup zahlt rund sieben Milliarden Dollar, um eine Anzeige des US-Justizministeriums wegen riskanter Hypotheken zu vermeiden. Das teilte die Bank am Montag mit. Am Sonntag hatte bereits die „New York Times“ über eine mögliche Einigung berichtet.

Der Großbank wird vorgeworfen, auf schlecht abgesicherten Immobilienkrediten basierende Hypothekenpapiere vertrieben zu haben, die den Investoren Verluste in Milliardenhöhe bescherten – auch dem Staat. In der vergangenen Woche hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, Citigroup habe akzeptiert, mehr als vier Milliarden Dollar zu zahlen. Das US-Justizministerium hatte ursprünglich zwölf Milliarden Dollar verlangt. Citigroup war in die Verhandlungen mit einem Angebot von 363 Millionen Dollar gegangen.

Mitte Juni waren die Gespräche beider Seiten noch ergebnislos abgebrochen worden. Das Justizministerium hatte daraufhin der Citigroup, einer der größten Banken der USA, mit einer Klage gedroht.

Wegen ähnlicher Vorwürfe hatte die US-Bank JP Morgan im vergangenen Jahr eine Strafe von 13 Milliarden Dollar akzeptiert. Die Bank of America verhandelt mit den US-Behörden ebenfalls über einen Vergleich. Von ihr werden 17 Milliarden Dollar gefordert. Im Zusammenhang mit der Immobilienkrise mussten rund ein Dutzend US-Banken seit 2012 bereits mehr als 80 Milliarden Dollar an unterschiedlichen Strafen zahlen.

Die Citigroup wird am Montag vor Eröffnung der US-Börsen ihr Ergebnis für das zweite Quartal vorlegen. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg schätzen elf Analysten den Gewinn auf durchschnittlich 3,37 Milliarden Dollar, was einem Rückgang um 19 Prozent entspräche.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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