Fed-Entscheidung
Debitkarten-Gebühren werden gedeckelt

Die US-Notenbank Federal Reserve deckelt die Gebühren für Debitkarten-Transaktionen. Die Branche ist beflügelt, die Aktienkurse der Kreditkartengesellschaften schnellen in die Höhe.
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Washington/New YorkDie US-Notenbank Fed hat die Obergrenze für Debitkarten-Gebühren tiefer gesetzt als erwartet und damit die Aktien von Keditkarten-Unternehmen in die Höhe getrieben. Am Mittwochabend stimmte die Fed dafür, dass Banken pro Transaktion bis zu 22 US-Cent von Einzelhändlern verlangen dürfen.

Der ursprüngliche Vorschlag im Dezember hatte eine Grenze von zwölf Cent vorgesehen, womit den Instituten 14 Milliarden Dollar entgangen wären. Analysten hatten mit höchstens 20 Cent gerechnet. Die Festlegung der Gebührengrenze geht auf das Dodd-Frank-Gesetz vom vergangenen Jahr zurück. Der Fed zufolge lag 2009 die durchschnittliche Gebühr für eine Transaktion noch bei 44 Cent. Die Abstimmung fand nach Börsenschluss statt.

Schon während des Handels war bekanntgeworden, dass der Entwurf eine Obergrenze von 22 Cent vorsieht. Daraufhin legten die Aktien von Visa und MasterCard sprunghaft zu und schlossen jeweils 15 und elf Prozent im Plus. „Wow“, sagte Eric Grover von Intrepid Ventures zu der Entscheidung, die er als großzügig bewertete. Allerdings dürften die Banken trotzdem Milliarden weniger einnehmen als früher.

Debitkarten sind in Deutschland landläufig als EC-Karten bekannt. Der Vorschlag vom Dezember hatte Banken wie Citigroup sowie Konzerne wie Visa und MasterCard überrascht. Einzelhändler wie Wal-Mart haben lange argumentiert, dass sie von den Finanzinstituten ausgenutzt werden. Die darauffolgende Lobbyisten-Schlacht gipfelte in landesweiten Werbekampagnen. Die Fed erhielt mehr als 11.000 Kommentarbriefe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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