Fiducia und GAD halten an Standorten fest Rechenzentren der Kreditgenossen bleiben solo

Die beiden genossenschaftlichen Rechenzentren Fiducia und GAD verschieben eine Fusion weiter in die Zukunft. Allerdings dringen vor allem die Volks- und Raiffeisenbanken und das Spitzeninstitut DZ Bank auf eine Fusion, von der sie Kostensenkungen in dreistelliger Millionenhöhe erwarten.

sos FRANKFURT. „Die Fiducia will diese Fusion, aber die Frage ist wann“, sagte Fiducia-Chef Michael Krings bei einem Pressegespräch in Frankfurt. Ähnlich äußerte sich GAD-Vorstand Anno Lederer: „Mittel- bis langfristig macht ein Zusammengehen Sinn, eine rasche Annäherung sehe ich aber nicht.“ Zumal die GAD Anfang des Jahres zwei junge Manager neu in den Vorstand berief. Experten werten dies als Zeichen einer Solo-Strategie. Doch vor allem die Volks- und Raiffeisenbanken und das Spitzeninstitut DZ Bank dringen auf eine Fusion, von der sie sich Kostensenkungen in dreistelliger Millionenhöhe erhoffen.

Im Frühjahr 2006 war die Fusion der beiden Institute an unterschiedlichen Auffassungen zum Unternehmensmodell und an der Standortfrage gescheitert. Für die Fiducia sei der Sitz in Karlsruhe nicht verhandelbar, eine Verlagerung nicht bezahlbar, betonte Krings. Sie koste jährlich fünf Mill. Euro zusätzlich. Zudem habe man rund 65 Mill. Euro in den Bau eines neuen Rechenzentrums investiert, das im Oktober in Betrieb gehen soll und das auf Zuwachs angelegt sei. Auch die GAD hält am Standort Münster fest. Die Fiducia betreut derzeit rund 750 Volks- und Raiffeisenbanken und erwirtschaftete 2006 einen Umsatz von 690 Mill. Euro. Die GAD ist der IT-Dienstleister für 470 Kreditgenossen und setzte im vergangenen Jahr 339 Mill. Euro um.

Künftig will sich Krings als IT-Kompetenzzentrum der gesamten genossenschaftlichen Organisation positionieren: „Wir wollen noch mehr Aufträge aus der Organisation an uns ziehen, aber das wird noch ein paar Jahre dauern.“ Bei der GAD in Münster sieht man die Ambitionen der Karlsruher gelassen: „Wir sind um 20 Prozent günstiger als die Fiducia, Herr Krings ist mit seinen Kosten noch nicht da, wo der Markt ist“, sagte GAD-Vorstand Lederer.

Die Fiducia hat seit 1999 vier Fusionen hinter sich. Man sei noch dabei, die Synergien zu heben, erklärte Krings und verwies auf den Abbau von 800 Stellen seit dem Jahr 2003. Damit habe man 40 Mill. Euro eingespart. Durch die Reduktion externer Dienstleistungen spare man 30 Mill. Euro, und die Schließung der Filialen in Berlin und Stuttgart entlaste das Budget um 25 Mill. Euro. In diesem und im kommenden Jahr werden davon 65 Mill. Euro an die Volks- und Raiffeisenbanken weitergegeben. Für 2009 und 2010 versprach Krings weitere Preissenkungen in Millionenhöhe.

Die daraus resultierenden Umsatzeinbußen will er außerhalb des traditionellen Geschäfts einspielen: zum einen bei den Genossen im Ausland, zum anderen durch verbundfremdes Drittgeschäft. Vorstellbar sei, dass eines Tages nur noch die Hälfte der Erlöse aus dem traditionellen Geschäft mit den Kreditgenossen komme.

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