Filialschließungen in 2015
Banken haben 13.000 Stellen gestrichen

Es ist eine traurige Höchstmarke. Deutschlands Banken haben im vergangenen Jahr so viele Stellen abgebaut wie zuletzt im Jahr 2004. Hauptgrund waren die zahlreichen Filialschließungen.

Berlin/DüsseldorfDie Banken in Deutschland haben im vorigen Jahr fast 13.000 Stellen gestrichen – so viele wie seit 2004 nicht mehr. Die Zahl der Beschäftigten im Kreditgewerbe ging von 640.050 im Jahr 2014 um 2,0 Prozent auf 627.150 zurück.

Das teilte der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) am Dienstag als Ergebnis seiner jüngsten Beschäftigtenerhebung mit. Als Grund für den anhaltenden Personalabbau werden „notwendige Restrukturierungen im Filialgeschäft“ genannt. Weil Privat- und Firmenkunden ihre Bankgeschäfte zunehmend online abwickeln, werden seit Jahren immer mehr Filialen geschlossen.

Erst am Sonntag hatte die Deutsche Bank veröffentlicht, welche Filialen sie genau schließen will. Vor allem das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen trifft es hart. Im Laufe des Jahres 2017 sollen in Nordrhein-Westfalen 51 Filialen wegfallen. In Berlin sind es 43 Filialen – darunter 26 der Konzerntochter Berliner Bank. Insgesamt werden 188 Filialen geschlossen. Die Außenstellen sollen mit der nächstgelegenen Filiale zusammengelegt werden. Die Deutsche Bank will damit auch Kosten senken.

Das Institut hatte bereits im Juni auch im Zuge ihres Sparkurses angekündigt, dass gut ein Viertel der Filialen in Deutschland geschlossen werden sollen - die Zahl der Standorte wird von 723 auf 535 verringert. Mit dem neuen Filialnetz reagiert die Deutsche Bank nach eigenen Angaben außerdem darauf, dass immer mehr Kunden Online-Banking nutzen.

Immer weniger Menschen nutzten das Angebot, in eine Filiale zu kommen, sagte der Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, Christian Sewing. Von den 188 Filialen, die geschlossen werden, sollten rund 30 an ländlichen Standorten in „Finanzagenturen“ umgewandelt werden. Diese sollen demnach einen Großteil des heutigen Beratungsangebots weiter fortführen und über SB-Zonen mit Geldautomaten verfügen. „Damit bleiben wir also auch auf dem Land für unsere Kunden gut zu erreichen.“

Im Zuge ihres Sparkurses hatte die Deutsche Bank ebenfalls bereits im Juni mitgeteilt, dass knapp 3000 Vollzeitstellen wegfallen. Davon sollen etwa 2500 auf das Privat- und Firmenkundengeschäft entfallen. Betroffen sind unter anderem zudem die Vermögensverwaltung und das Risikomanagement.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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