Finanzaufsicht
BaFin will Bausparkassen zu Zinsrisiken befragen

Die deutsche Finanzaufsicht will Bausparkassen noch im Herbst zu Zinsrisiken befragen. Außerdem sollen die Baufinanzierer erstmals in einem Stresstest auf ihre Krisenfestigkeit überprüft werden.
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HamburgDie deutsche Finanzaufsicht BaFin will Bausparkassen im Herbst zu künftigen Zinsrisiken befragen - wie etwa bei einem Ende der derzeitigen Niedrigzinsphase. Für die kommenden Monate sei eine „Zinsrisikoumfrage“ unter den Baufinanzierern geplant, sagte ein Sprecher der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht am Mittwoch in Bonn. Es handle sich nicht um die erste Umfrage dieser Art. Solche Befragungen seien „Routine“ und würden auch künftig wiederholt. Zu genauen Inhalten der Befragung wollte der BaFin-Sprecher nichts sagen.

Zuvor hatte das „Manager Magazin“ vorab unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, die BaFin wolle erstmals Deutschlands 23 Bausparkassen mit einem sogenannten Stresstest auf ihre Krisenfestigkeit prüfen. Bei Banken und Versicherern sind solche Stresstests nicht ungewöhnlich.

Das „Manager Magazin“ berichtete, Hintergrund der geplanten Stresstests für Bausparkassen sei die derzeitige Niedrigzinsphase. Bauherren und Immobilienkäufer bekommen derzeit historisch niedrige Konditionen. Die Finanzaufsicht will laut Bericht prüfen, wie sich ein Ende dieser Niedrigzinsphase auf die Bilanzen der Bausparkassen auswirkt.

Bei Baukrediten ist in der Regel eine langfristige Zinsbindung von über zehn Jahren vorgesehen, die für Kreditnehmer wie Kreditgeber gilt. Bausparkassen müssen aber ihren Bestand an Immobilienkrediten laufend gegenfinanzieren.

Deswegen besteht das Risiko, dass die Bausparkassen bei steigenden Zinsen künftig zur Refinanzierung der Kredite höhere Zinsen zahlen müssen als diese von Bauherren oder Immobilienkäufern über Kredite einnehmen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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