Finanzaufsicht
Bankenverbände kritisisieren US-Kapitalvorgaben

Der deutsche Bankenverband glaubt, dass ausländische Banken durch die geplanten Kapitalanforderungen in den USA benachteiligt werden. Auf dem Spiel stehe die Zusammenarbeit der internationalen Bankenaufseher.
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Frankfurt/LondonDie privaten Banken in Deutschland und Großbritannien wehren sich gegen schärfere Kapitalvorschriften für ausländische Institute in den USA. "Im globalen Wettbewerb mit US-Banken stellen diese neuen Anforderungen eine klare Benachteiligung dar", erklärte der deutsche Bankenverband BdB am Montag. In einem Brief an die US-Notenbank Fed brachte die Bankenlobby jetzt ihre Bedenken gegen die geplanten Verschärfungen vor. Es sei grundsätzlich gut, dass die Notenbank die Stabilität auch der Auslandsbanken stärken wolle, erklärte Verbands-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer. "Allerdings ist der Ansatz der Fed, dafür quasi im Alleingang zu sorgen, hoch problematisch." Es bestehe die Gefahr, dass andere Länder dem Beispiel folgen - damit werde die internationale Zusammenarbeit der Aufseher infrage gestellt.

Die Interessenvertretung der Banken in Großbritannien, British Bankers' Association (BBA), stieß ins gleiche Horn. Die Anforderungen für die ausländischen Banken seien schärfer als die unter den neuen Basel-III-Regelen, bemängelte der Verband. "Die Vorschläge könnten zu einer weiteren Fragmentierung der Bankenaufsicht führen", warnte ein BBA-Vertreter.

Auch die EU-Kommission hat die Absichten der US-Notenbank kritisiert. Die vor allem von Fed-Gouverneur Daniel Tarullo vorangetriebenen Pläne sehen vor, dass ausländische Banken in den USA künftig dort soviel Kapital vorhalten müssen wie heimische Institute. Das träfe Häuser wie die Deutsche Bank mit einer starken Präsenz in den USA besonders. Analysten gehen von einem milliardenschweren Kapitalbedarf aus. Co-Chef Anshu Jain hat persönlich in den USA für Änderungen geworben. Sein Kollege Jürgen Fitschen ist seit einigen Wochen Präsident des Bankenverbands. Bislang haben die USA ausländische Institute auf Konzernebene betrachtet und deren Beaufsichtigung den jeweiligen Heimatmärkten überlassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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