Finanzaufsicht gibt wichtiges Signal Deutsche-Bank-Großaktionär HNA darf Vermögensverwalter C-Quadrat übernehmen

Die Finanzaufsicht hat grünes Licht für die Übernahme durch den hochverschuldeten chinesischen Mischkonzern HNA gegeben. Der ist offenbar wieder handlungsfähig.
Update: 06.04.2018 - 08:21 Uhr Kommentieren
Die HNA hält nun rund 74,8 Prozent an Cubic - und Cubic eine Beteiligung von über 98 Prozent an C-Quadrat. Quelle: Reuters
HNA

Die HNA hält nun rund 74,8 Prozent an Cubic - und Cubic eine Beteiligung von über 98 Prozent an C-Quadrat.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer hochverschuldete chinesische Mischkonzern HNA hat von den Aufsichtsbehörden grünes Licht für die mehrheitliche Übernahme des österreichischen Vermögensverwalters C-Quadrat erhalten. Die Finanzaufsicht FMA hat die endgültige Freigabe für den Deal erteilt, teilte C-Quadrat am späten Donnerstagabend mit.

Dabei geht es nicht um irgendeine Übernahme: Der Wiener Vermögensverwalter hält für HNA dessen Anteil von knapp neun Prozent an der Deutschen Bank. Die Chinesen waren vor einem guten Jahr als Großaktionär bei Deutschlands größter Bank eingestiegen. Der Gründer von C-Quadrat, Alexander Schütz, sitzt seit dem vergangenen Mai für HNA im Aufsichtsrat des Geldhauses.

Der Kauf von 75 Prozent der C-Quadrat-Anteile soll am Sonntag in der chinesischen Hauptstadt Peking bei einer offiziellen Zeremonie besiegelt werden. Dabei werden auch der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz anwesend sein, die am Wochenende zu einem Staatsbesuch nach China reisen.

Für HNA gilt die Freigabe durch die Wiener Aufsicht als ein wichtiges Signal. Der Konzern war wegen seiner undurchsichtigen Eigentümerstruktur und seiner hohen Schulden von Aufsehern in Europa und den USA kritisch beäugt worden.

Das Plazet der FMA zeige, dass der Konzern nach schwierigen Zeiten wieder handlungsfähig sei und damit auch in der laufenden Personaldebatte bei der Deutschen Bank eine aktivere Rolle einnehmen könne, hieß es in Finanzkreisen. Der Vorstandschef des deutschen Geldhauses, John Cryan, steht derzeit wegen des dritten Jahresverlusts infolge und einem seit seinem Amtsantritt vor knapp drei Jahren halbierten Aktienkurses enorm unter Druck. Aufsichtsratschef Paul Achleitner sucht bereits nach einem möglichen Nachfolger.

Auch der Deutsche-Bank-Großaktionär HNA selbst durchlebt allerdings schwere Zeiten. Der Mischkonzern hatte sich mit einer rund 50 Milliarden Dollar schweren Einkaufstour in den vergangenen Jahren überhoben und war Ende 2017 in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Führung des hochverschuldeten Unternehmens hatte zeitweise vor einem Liquiditätsengpass gewarnt und damit begonnen, milliardenschwere Beteiligungen zum Verkauf zu stellen. Der geplante Börsengang des Schweizer Bordverpflegungs-Unternehmens Gategroup scheiterte allerdings Ende März.

Am Donnerstag gab HNA bekannt, sein 26-prozentiges Paket an der Hotelkette Hilton ganz oder in Teilen zu verkaufen. An der Börse ist Hilton fast 25 Milliarden Dollar wert, das HNA-Paket könnte somit gut sechs Milliarden Dollar einbringen. Zuvor hatte HNA bereits Anteile an zwei ehemaligen Tochtergesellschaften von Hilton im Wert von mehr als zwei Milliarden Dollar verkauft.

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