Finanzberatung

Maschmeyer zeigt Bank Sarasin an

Der Finanzinvestor und frühere AWD-Chef Carsten Maschmeyer setzt seine Drohung gegen die Schweizer Bank Sarasin um. Er hat jetzt Strafanzeige gegen die renommierte Privatbank erstattet.
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AWD-Gründer Carsten Maschmeyer: „Die Bank verweigert die vollständige Auszahlung des Anlagebetrags.“ Quelle: dpa

AWD-Gründer Carsten Maschmeyer: „Die Bank verweigert die vollständige Auszahlung des Anlagebetrags.“

(Foto: dpa)

DüsseldorfCarsten Maschmeyer, der Gründer der Finanzvertriebsgesellschaft AWD, hat die renommierte Schweizer Privatbank Safra Sarasin angezeigt. Es geht dabei dabei um Verstoß gegen das Bankengeheimnis, teilte eine Sprecherin des Finanzinvestors mit. Außerdem bereitet Maschmeyer eine Klage vor, weil er von der Bank Geld zurückhaben will. Und er wirft dem Institut Falschberatung vor. Hier wird eine weitere Anzeige vorbereitet.

Es geht aus der Sicht von Maschmeyer um „vorsätzliche Täuschung“ bei der Beratung über das Investment in einen Fonds. Er wartet seit rund zweieinhalb Jahren auf die Rückzahlung von mehreren Millionen Euro.

Zudem beklagt er gegenüber der Bank, dass der fragliche Fonds auf umstrittenen Dividenden-Stripping-Geschäften beruhe, die derzeit in mehreren Verfahren schon Gerichte beschäftigen. „Die Bank hat zugesichert, dass es sich um ein sicheres, seriöses und legales Geschäft handelt und verweigert seit Herbst 2011 die vollständige Auszahlung des Anlagebetrags.“

Konkret geht es um den Sheridan Solutions Equity Arbitrage Fund. Dort hatte Maschmeyer 40 Millionen Euro investiert, bisher aber erst rund 26 Millionen zurückbezahlt bekommen. In einer eidesstattlichen Erklärung versicherte Maschmeyer, dass die Bank ihm eine Rendite von acht bis zehn Prozent in Aussicht gestellt habe. Im schlechtesten Fall müsse er einen Verlust von zwei Prozent hinnehmen.

Eric Sarasin, Vorstand der Bank Sarasin, hatte dem Handelsblatt dazu gesagt: „Ich stehe in dieser Frage in Kontakt mit Carsten Maschmeyer.“ Weitere Angaben wollte Sarasin zu dem Fall nicht machen.

Viele Deutsche haben von dem Finanzunternehmer kein gutes Bild. Sie kennen seinen Namen aus Fernsehdokumentationen mit Titeln wie „Der Drückerkönig und die Politik“ oder „Abzocker Maschmeyer“. Doch Maschmeyer will dieses Image los werden.

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7 Kommentare zu "Finanzberatung: Maschmeyer zeigt Bank Sarasin an"

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  • Viele hereingelegte Omas (Tenor:Verkauf einer LV an 85-jährige) werden sich jetzt maßlos freuen, dass dieser Schnippler auch seine gerechte Strafe gefunden hat.

  • Ne Menge heiße Luft. Angezeigt wurde schon viel..... verurteilt weit weniger.

  • Ich sehe das auch so, dass ausgerechnet Maschmeyer einen Anlageberater vor Gericht zerren will.

    Wenn seine Kunden mit gleicher Messlatte bei ihm Maß anlegen, dann dürfte der wohl nicht mehr aus dem Knast kommen.

  • MASCHMEYER ist ein sehr erfahrener Geschäftsmann.

    Es dürfte sehr schwer werden, irgendein Gericht zu überzeugen, dass er quasi durch Falschberatung "übers Ohr gehauen" wurde.

    Kein Richter wird ihm dies abnehmen.

    Jeder bekommt das was er verdient. Maschmeyer hat genügend Menschen mit seinen Geschäftsmodellen Schaden hinzugefügt, nun darf er selbst erfahren wie sich so etwas anfühlt. Letztens Ende kann man darüber nur schadenfroh lachen.

  • Raffiniert oder wirklich so dumm ?
    dieser frühere Drückerchef glaubte an große Gewinne bei kleinem Risiko? Beschränkt wahrnehmungsfähig - es gibt die gleiche Lehre wie diese auf seine windigen Versprechen von damals: Gier frisst Hirn!
    Eine prima Erfahrung für ihn wie es manchen seiner Opfer von damals ergangen ist. Denen wurde auch mehr versprochen als schriftlich garantiert und manche besitzen nun nichts mehr.

  • Ausgerechnet Herr Maschmeyer will einem deutschen Gericht glaubhaft versichern, dass er glaubt, es gibt Anlagen mit 8 bis 10 % Renditeaussicht und nur 2 % Verlustrisiko. So blöd kann kein Richter in Deutschland sein. Auch wenn Maschmeyers AWD früher ähnliche Versprechen abgegeben hat.

  • Ein Revolutionär (hust), der Herr M...

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