Finanzbranche: Bankenverband lehnt Stresstest ab

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Bankenverband lehnt Stresstest ab

Der Präsident des deutschen Bankenverbands, Andreas Schmitz, lehnt offizielle Stresstests für Banken in Europa ab. Er befürwortet stattdessen eine einheitliche europäische Bankenaufsicht. Gleichzeitig setzte er sich für eine schnelle Badb-Bank-Lösung ein.

HB DÜSSELDORF/BERLIN. In Europa sind keine Stresstests nötig, wie sie jetzt in den USA stattfinden", sagte Schmitz dem Handelsblatt. "Die Aufsichtsbehörden und die Banken selbst führen laufend eigene Überprüfungen durch. Wichtig wäre allerdings eine einheitliche europäische Bankenaufsicht. Sie sollte alle grenzüberschreitend tätigen Banken überwachen und so schnell wie möglich eingeführt werden."

Heute abend stehen die offiziellen Ergebnisse des US-Stresstests für 19 Banken an. Nach Auskunft von US-Finanzminister Timothy Geithner droht keiner der 19 Banken eine Pleite, einige brauchen aber neues Kapital. So sollen allein bei der Bank of America im Krisenfall 34 Mrd. Dollar fehlen.

Beim CDU-Wirtschaftsrat in Berlin drängte Schmitz auf eine zügige Lösung zur Bereinigung der Bankbilanzen von Schrottanlagen. Dies sei nötig, um die Funktionsfähigkeit im Finanzbereich schnell wiederherzustellen, sagte der Bankenverbandspräsident. „Schnell, das heißt konkret eine abschließende Befassung des Parlaments wenn irgend möglich noch vor der Sommerpause.“ Gelinge das nicht, drohe eine Abwärtsspirale. Das wäre in der aktuellen Lage fatal, warnte er. Die Banken wollten sich nicht aus der Verantwortung für die von ihnen eingegangenen Risiken und Verluste stehlen, sagte Schmitz. „Die Banken bleiben in der Verantwortung.“ Es gehe nicht darum, alle Risiken auf den Steuerzahler abzuwälzen.

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Konzept für die Bereinigung der Bankenbilanzen von den sogenannten Schrottanlagen. Sie will über das Modell dafür am 13. Mai im Kabinett befinden.

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